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		<title>Johanna Sperling: &#8220;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 15:46:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist die (extrem verkürzte) Geschichte eines der bewegendsten Dokumente von Zivilcourage, das ich zum Themenkomplex Doping je gesehen habe. Dieser Brief stammt aus dem Jahr 1963. Johanna Sperling hat damals in ihre &#8220;Sperlinge&#8221;, wie sie die von ihr betreuten Rudererinnen nannte, ins Trainingslager der DDR-Nationalmannschaft für die EM in Moskau geschrieben. Es ist das &#8220;erste Dokument eines individuellen Widerstands&#8221;, sagt Werner Franke. Ich habe mit einigen Dopingaufklärern darüber gesprochen. Niemand kennt etwas Vergleichbares.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4933" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/briefumschlag-sperling.gif" alt="" width="500" height="313" /></p>
<p>Was diesen Brief so besonders macht, ist diese Passage:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4932" title="Johanna Sperling, 1963" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/brief-sperling.gif" alt="" width="500" height="548" /></p>
<blockquote><p>&#8220;Noch eins: Ich bitte Euch ganz ernsthaft, kein, aber auch kein einziges Mittelchen zu schlucken, das Eure Leistung angeblich steigert, und wenn es als noch so harmlos, als vollkommen unschädlich oder wunderwirkend Euch gepriesen wird; auch wenn man Euch sagt, dass Ihr dann die einzigen seid, die nichts zu sich nehmen, bitte weist es zurück, seid stolz darauf und denkt an die kommenden Wettkampfjahre und denkt an Eure Gesundheit.</p>
<p>An der eigenen Willensstärke erleidet Ihr keinen Schaden, und davon habt Ihr genügend zur Verfügung. Ich kann Euch Beispiele nennen, welche Auswirkungen solche Mittel der Wettkampfvorbereitung hatten &#8211; jetzt würde das zu weit führen, glaubt mir nur soviel, dass es nie gut ist.</p>
<p>Und wenn es nur das Schamgefühl wäre, das sich Eurer nach einem erfolgreichen Rennen bemächtigen würde &#8211; Ihr könntet Euch nicht ehrlich Eures Sieges freuen. Erspart es Euch und geht mit gutem Gewissen an den Start, die Nationalhymne klingt dann umso erhebender.&#8221;</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4934" title="Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/portrat-sperling-alt.jpg" alt="" width="500" height="321" /></p>
<p>Ich kann diese Geschichte nicht wiedergeben, ohne nicht auch einige journalistische Aspekte anzureißen, die mich seit März stark beschäftigt haben. Ich habe mich im Frühjahr mehrfach mit Frau Sperling in Leipzig getroffen. Wir haben einige Male telefoniert und immer wieder die Frage diskutiert: Soll dieser Brief öffentlich werden? Ist Frau Sperling bereit, ihre Geschichte zu erzählen? Habe ich als Journalist das Recht, sie nach 46 Jahren an die Öffentlichkeit zu zerren? Wie weit kann ich gehen, welche Berichterstattung ist angemessen? Fragen über Fragen. Es gibt viele Antworten darauf. Viele unterschiedliche Antworten.</p>
<p>Die wichtigste Antwort aber konnte nur Frau Sperling geben. Sie war unsicher, sie wollte niemanden verletzen, weder ihre ehemaligen Kollegen, noch ehemalige Athleten. Gewiss hat auch eine Unsicherheit, vielleicht sogar Angst mitgespielt, wie man in Leipzig auf die Geschichte reagieren würde. Ich habe versucht, Frau Sperling nicht über die Maßen zu bedrängen. Stoff genug für ein Journalismus-Seminar. Frau Sperling hat es sich gewiss nicht leicht gemacht, war hin und her gerissen und hat sich erst sehr spät, Anfang August, dazu durchgerungen, sich vom <a title="tag: Dopingopfer" href="http://jensweinreich.de/?s=dopingopfer" target="_self">Dopingopferhilfeverein</a> (<a title="Dopingopferhilfeverein" href="http://www.dohev.de" target="_self">DOH</a>) nun doch für ihre couragierte Haltung im DDR-Sportsystem, in das sie tief involviert war, ehren zu lassen.</p>
<p>&#8220;Ich kann doch diese Persönlichkeiten, die sich so sehr im Kampf gegen Doping engagieren, nicht enttäuschen&#8221;, hat sie gesagt.</p>
<p>Ein Satz, der viel verrät über Frau Sperling.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4935" title="Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/portrat-sperling.jpg" alt="" width="500" height="353" /></p>
<p>Als Johanna Sperling <em>(Foto: Sven Sonntag/Picture Point)</em> sich entschieden hatte, zur Verleihung des Heidi-Krieger-Preises, zu dem ich <a title="Der Appetit kam beim Essen" href="http://jensweinreich.de/?p=2534" target="_self">eine besondere Beziehung</a> habe, nach Berlin zu kommen, habe ich für Spiegel-Online (&#8220;<a title="SpOn vom 19. August 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,643727,00.html" target="_blank">Ich bitte euch, kein Mittelchen zu schlucken</a>&#8220;) doch noch diese Kurzfassung einer großen Geschichte notiert:</p>
<blockquote><p>Eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit kann irritieren. Johanna Sperling, 77, ehemalige Rudertrainerin des SC DHfK Leipzig, sitzt in einem Café im Leipziger Hauptbahnhof. Sie blickt auf sieben eng beschriebene Seiten. Lehnt sich zurück im braunen Ledersessel und sagt: „Dieser Brief ist nicht von mir. Das muss eine Fälschung sein!&#8221;</p>
<p>Dann beginnt sie jenen Brief zu lesen, den eine „Johanna Sperling, Leipzig&#8221; 1963 ihren Sportlerinnen ins Trainingslager der Nationalmannschaft nach „Berlin-Grünau, Regattastraße 211&#8243; geschickt hat. Sie murmelt: „Das ist eine perfekte Fälschung.&#8221;</p>
<p>Es ist keine Fälschung.</p>
<p>Eine ihrer Ruderinnen hat die handgeschriebenen Zeilen aufbewahrt. Es ist ein sporthistorisches Dokument, weil es beweist, dass schon Anfang der sechziger Jahre, lange vor dem eigentlichen Doping-Staatsplan 14.25, gedopt wurde &#8211; und dass schon damals die gefährlichen Wirkungen der Dopingmittel bekannt waren.</p>
<p>Weil es beweist, dass sich DDR-Trainer dem Doping-Dogma verweigern konnten, zumindest noch in den 1960er Jahren.</p>
<p>Es ist ein Sensationsfund. Es gibt nichts Vergleichbares.</p>
<p>„Ich bitte Euch ganz ernsthaft, kein, aber auch kein einziges Mittelchen zu schlucken, das Eure Leistung angeblich steigert, und wenn es als noch so harmlos, als vollkommen unschädlich oder wunderwirkend Euch gepriesen wird&#8221;, steht in dem Brief, den Sperling vor einem halben Jahrhundert geschrieben hat und im Sommer 2009 wieder sieht. „Auch wenn man Euch sagt, dass Ihr dann die einzigen seid, die nichts zu sich nehmen, Bitte weißt es zurück, seid stolz darauf und denkt an die kommenden Wettkampfjahre und denkt an Eure Gesundheit. An der eigenen Willensstärke erleidet Ihr keinen Schaden, und davon habt Ihr genügend zur Verfügung. Ich kann Euch Beispiele nennen, welche Auswirkungen solche Mittel der Wettkampfvorbereitung hatten &#8211; jetzt würde das zu weit führen, glaubt mir nur soviel, dass es nie gut ist.&#8221;</p>
<p>Johanna Sperling hat Tränen in den Augen. Es dauert fast eine Viertelstunde, bis sie sagt: „Das dieser Brief noch existiert. Unglaublich.&#8221;</p>
<p>Sie hat ganz offen mit ihren „Sperlingen&#8221;, wie sie die Ruderinnen nannte, über die Gefahren des Dopings diskutiert. Zunächst ging es vor allem um Psychopharmaka. Später um das von der Firma Jenapharm produzierte anabole Steroid Oral-Turinabol (OT). Sperling hat sich von Ärzten über die Wirkungen von OT aufklären lassen und ihren Mädchen davon abgeraten.</p>
<p>Irgendwann wurde sie ausgebremst von anderen Trainern. Sie durfte nur noch Nachwuchssportler trainieren. Sie glaubte, sie sei nicht gut genug und hat darunter gelitten. Sie studierte nebenbei ein zweites Mal, Psychologie, weil sie sich selbst erklären wollte, was passiert war mit ihr und den „Sperlingen&#8221;, die unter anderen Trainern Medaillen gewannen. Trainern, von denen sie sagt, sie hätten sich mehr „bei der Pharmaindustrie aufgehalten, als beim Training&#8221;.</p>
<p>Der Sporthistoriker Giselher Spitzer hat so viele Akten zum DDR-Dopingsystem studiert, wie kaum ein Zweiter. Er hat zahlreiche Dopingopfer interviewt und mehrere Bücher zum Thema publiziert. Aber auch Spitzer kennt kaum Verweigerer. Er sagt: „Bislang konnte noch nicht quantifiziert werden, wie viele Frauen und Männer in Arzt- oder Trainerfunktion das Dopingsystem zu behindern suchten.&#8221; Unter aufgeklärten Ärzten sei die Ablehnungsrate weit größer gewesen als unter Trainern, besonders in den achtziger Jahren, kurz vor dem Zusammenbruch der DDR. Wohl hat er in Bergen von Stasi-Akten Hinweise zu Widerständlern gefunden, doch kein Dokument von der Qualität jenes Briefes, den Johanna Sperling einst an ihre Sportlerinnen schrieb.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4962" title="Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/sperling-boot-alt.jpg" alt="" width="436" height="277" /></p>
<p>Johanna Sperling will nicht anklagen. Sie will „den DDR-Sport nicht verdammen&#8221;. Sie war eine überzeugte Sozialistin. Sie hat in der DDR alle Chancen bekommen. Ist selbst gerudert, wurde <a title="Statistik Ruder-Europameisterschaften" href="http://www.rrk-online.de/rudern/chronrudern/emwmolyrud/emrud.htm" target="_blank">1957 Dritte bei der Europameisterschaft</a> in Duisburg. Sie hat an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) studiert, war eine harte Trainerin, wie sie sagt. Sie hatte eine Vorstellung vom Sport, die allerdings immer weniger mit der Doktrin der Medaillenproduktion korrespondierte. Sie hat sich diese Vorstellung bis heute erhalten. „Wenn ich Medaillen nur mit Doping erreiche, muss etwas faul sein&#8221;, sagt sie. „Das galt für die DDR und das gilt heute. Das ist nicht mein Sport. Das interessiert mich nicht mehr.&#8221;</p>
<p>Johanna Sperling hat sich dem System im System widersetzt. Sie wurde in die zweite Reihe verbannt, wie man damals sagte. Sie arbeitete als Nachwuchstrainerin und im Studentensport. Am Donnerstag (20. August) wird sie vom Verein Dopingopferhilfe e. V. in Berlin mit der Heidi-Krieger-Medaille geehrt, gemeinsam mit drei anderen Aufrechten aus Ost und West, die sich dem Dopingsystem verweigerten: Henner Misersky aus Stützerbach in Thüringen, ehemals Skilanglauftrainer beim SC Motor Zella-Mehlis, Hansjörg Kofink (Rottenburg), ehemaliger Bundestrainer für Kugelstoßen, und Horst Klehr, Apotheker aus Mainz und Gründungsmitglied der ersten Dopingkommission des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.</p>
<p>Johanna Sperling hat lange überlegt, ob sie diese Auszeichnung annehmen soll. Sie weiß nicht, wie ihr Umfeld in Leipzig reagieren wird. Sie fürchtet die Schlagzeilen. Vor allem aber: Sie ist überzeugt davon, nichts Besonderes getan zu haben.</p>
<p>„An meiner Stelle hätten viele so gehandelt&#8221;, sagt sie. Außer ihr und Misersky ist aber kaum jemand bekannt.</p>
<p>„Es ist nie gut&#8221;, schrieb sie vor 46 Jahren. Es ist nie gut, zu dopen. Eine große Botschaft in einfachen Worten: „Und wenn es nur das Schamgefühl wäre, das sich Eurer nach einem erfolgreichen Rennen bemächtigen würde &#8211; Ihr könntet Euch nicht ehrlich Eures Sieges freuen. Erspart es Euch und geht mit gutem Gewissen an den Start, die Nationalhymne klingt dann umso erhebender.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun hat sie die Heidi-Krieger-Medaille. Und sagt:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/sperling-kl.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Wir haben uns gestern noch eine Stunde unterhalten und werden die Geschichte demnächst nachbereiten.</p>
<p>Mein Bericht von der Preisverleihung am Donnerstag im Virchow-Klinikum:</p>
<p>Im Umfeld der Leichtathletik-WM tummeln sich die Politiker, nicht nur Gastgeber Klaus Wowereit (SPD). Auch Bundeskanzlerin <a title="Problembär für Angela Merkel" href="http://jensweinreich.de/?p=4824" target="_self">Angela Merkel</a> oder Verteidigungsminister <a title="Leichtathletik-WM, Tag 6 ..." href="http://jensweinreich.de/?s=detlef+parr" target="_self">Franz-Josef Jung</a> (beide CDU), sonnen sich im Glanz der Weltmeister, wie jüngst im WM-Club des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in der Französischen Straße: Merkel, die in ihrer klaren Führungsposition ja nicht wirklich wahlkämpfen muss, scherzte entspannt mit Weltmeisterin Steffi Nerius, Ralf Bartels, Jennifer Oeser und Nadine Kleinert. Jung tätschelte tags darauf die Goldmedaille von Robert Harting und posierte mit dem Diskus-Problembär. Jung ist oberster Dienstherr Hartings, der noch einer Sportfördergruppe der Bundeswehr angehört. Meinen speziellen Freund <a title="Detlef Parr (FDP) sagt zum Abschied leise Servus" href="http://jensweinreich.de/?p=4094" target="_self">Detlef</a> <a title="Archiv: Detlef Parr" href="http://jensweinreich.de/?s=detlef+parr" target="_self">Parr</a> (FDP) sah ich dieser Tage im DLV-Club ebenfalls.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-4950" title="Heidi-Krieger-Preis" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/heidi-krieger-preis.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="253" height="392" align="right" />Am Donnerstag aber fehlten Politiker, als der Verein Dopingopferhilfe den europaweit einzigen Antidopingpreis vergab: Die in einer Plastik-Pylone verpackte Goldmedaille, die Heidi Krieger vom SC Dynamo Berlin bei den Leichtathletik-EM 1986 im Kugelstoßen gewann. Aus Heidi Krieger ist inzwischen Andreas Krieger geworden, und seine Geschichte geht auch diesmal um die Welt. Vereinschef Klaus Zöllig hatte zwar alle 16 Mitglieder des Bundestags-Sportausschusses eingeladen, musste allerdings süffisant mitteilen: <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">„Die Politiker mussten leider kollektiv absagen.&#8221;</a></p>
<p>Auch <a title="tag: Peter Danckert" href="http://jensweinreich.de/?cat=338" target="_self">Peter Danckert</a> (Sportausschuss-Chef von der SPD) und <a title="Archiv: Dagmar Freitag" href="http://jensweinreich.de/?s=dagmar+freitag" target="_self">Dagmar Freitag</a> (SPD-Sportsprecherin) fehlten. Beide verbreiten seit Wochen propagandistische Parolen, mit denen sie den Opferbegriff in Frage stellen, damit die Geschädigten beleidigen und historische Wahrheiten missachten. „Wer von so genannten Opfern spricht, hat keine Ahnung&#8221;, rügte der Heidelberger Dopingaufklärer Werner Franke  in seiner Laudatio. „Ich erkläre hiermit öffentlich: Diese Menschen verstehen vom Sujet nicht die Bohne in dieser Pisa-Nation!&#8221; DOV-Chef Klaus Zöllig fragte bissig: „Leiden denn alle Sportpolitiker in diesem Lande an retrograder Amnesie und epedemischen Gedächtnisverlust?&#8221;</p>
<p>Die Bundestagsabgeordnete Freitag, die zum so genannten Kompetenzteam des Kanzlerkandidaten gehört, ist in diesen Tagen und Nächten in Berlin als DLV-Vizepräsidenten unterwegs &#8211; in den Logen und Clubs der WM, aber nicht im Virchow-Klinikum, in das der DOH geladen hatte. Der DOH ehrt mit dem Heidi-Krieger-Preis „Personen einer ganz besonderen Kategorie&#8221;, sagte Laudator Franke.</p>
<p>Zweimal Ost, zweimal West:</p>
<ul>
<li><strong>Johanna Sperling</strong> aus Leipzig, eine ehemalige Rudertrainerin des SC DHfK, die ihren Schützlingen schon 1963 in einem bewegenden Brief von jeglichen Dopingmitteln abriet.</li>
<li><strong>Henner Misersky</strong> aus Stützerbach in Thüringen, ehemals Skilanglauftrainer beim SC Motor Zella-Mehlis, Vater der Biathlon-Olympiasiegerin Antje Misersky.</li>
</ul>
<div><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/misersky.mp3" target="_self">:</a></div>
<ul>
<li><strong>Hansjörg Kofink</strong> (Rottenburg), ehemaliger Bundestrainer für Kugelstoßen, der diese Position wegen der Dopingpraktiken des DLV vor den Olympischen Spielen 1972 aufgab und später noch lange Jahre Vorsitzender des Sportlehrerverbandes war.</li>
</ul>
<div><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/kofink-kl.mp3" target="_self">:</a></div>
<ul>
<li>Und <strong>Horst Klehr</strong>, Apotheker aus Mainz, Gründungsmitglied der ersten Anti-Dopingkommission des DLV, der in den siebziger Jahren bis zur Resignation einen einsamen verzweifelten Kampf kämpfte.</li>
</ul>
<div>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/klehr-kl.mp3" target="_self">:</a></div>
<p><span id="more-4893"></span>Nur ein Promi des Sportbusiness machte den Preisträgern seine Aufwartung: Manfred von Richthofen, der langjährige DSB-Präsident. „Ich habe Hochachtung vor ihnen&#8221;, sagte er: „Es werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die Zivilcourage praktiziert haben. Vorbilder brauchen wir im Sport!&#8221; Allerdings verließ er die Veranstaltung vorzeitig noch während der überlangen Laudatio von Franke. Der Heidelberger Professor argumentierte gewohnt fulminant und pointiert. Es wäre allerdings galanter gewesen, Richthofen die Hand zu reichen.</p>
<blockquote><p><strong>Preisträger der Heidi-Krieger-Medaille</strong></p>
<p>2000: <strong>Christian Strasburger</strong> (Hormonforscher)<br />
2001: <strong>Brigitte Berendonk</strong> (Lehrerin, Autorin)<br />
2003: <strong>Giselher Spitzer</strong> (Sporthistoriker)<br />
2005: <strong>Antje Misersky</strong> (Olympiasiegerin im BIathlon, WM-Medaillengewinnerin im Skilanglauf)<br />
2007: <strong><span style="color: #000000;">Anne-Kathrin Elbe</span></strong> (Hürdenläuferin)<br />
2009: Johanna Sperling, Henner Misersky, Hansjörg Kofink, Horst Klehr</p></blockquote>
<p>aktuelle <strong>Lesebefehle</strong>:</p>
<ul>
<li>Claudio Catuogno in der Süddeutschen Zeitung: &#8220;<a title="SZ vom 19. August 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/355/484788/text/" target="_self">Sperlinge, weist es zurück!</a>&#8221; und &#8220;<a title="SZ vom 21. August 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/K5A38V/3014819/Trainer-mit-Gewissen.html" target="_blank">Trainer mit Gewissen</a>&#8220;</li>
<li>Michael Horeni in der FAZ: &#8220;<a title="FAZ vom 21. August 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub446A669E5FA042659ADDB04EA66EFD48/Doc~E0F27A63ECA4E4B1BAE0B7E73CF427B5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Ich bitte Euch ganz ernsthaft, kein einziges Mittelchen zu schlucken</a>&#8220;</li>
<li>Maik Großekathöfer auf Spiegel-Online über Andreas Krieger: &#8220;<a title="SpOn vom 18. August 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,643223,00.html" target="_blank">Vom Staat missbraucht</a>&#8220;</li>
<li>Oliver Händler im Neuen Deutschland: &#8220;<a title="ND vom 21. August 2009" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/154346.vier-mutige-menschen-im-abseits.html" target="_blank">Vier mutige Menschen im Abseits</a>&#8220;</li>
<li>
<div>Tom Mustroph im Tagesspiegel: &#8220;<a title="Tagesspiegel vom 21. August 2009" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/doping/Werner-Franke;art2650,2878801" target="_blank">Die pinkeln rechtzeitig</a>&#8220;</div>
</li>
</ul>
<div>Diese Texte muss ich unbedingt nachtragen:</div>
<ul>
<li>Das Interview von Michael Reinsch in der FAZ mit Werner Goldmann: &#8220;<a title="FAZ vom 21. August 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub42A42B1FCA924E1DAFA3266FE72A1937/Doc~EF5EF6E4F29A34BB4BD78068D7E8BB058~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Das härteste Jahr meines Lebens</a>&#8220;</li>
<li>Michael Horeni in der FAZ über Andreas Krieger: &#8220;<a title="FAZ vom 24. August 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E96B830E64F0E425E9BD8427E7A4B9954~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Das verlorene Leben der Heidi K.</a>&#8220;</li>
</ul>
<p><em>Nachtrag, 25. August:</em> Auf besonderen Wunsch einige Schnappschüsse von der Preisverleihung.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5018" title="Werner Franke" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh1.jpg" alt="" width="500" height="321" /></p>
<p>Laudator Werner Franke</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5023" title="Urkunde für Johanna Sperlin, ganzb rechts oben: Andreas Krieger" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh2.gif" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Urkunde für Johanna Sperling, rechts oben: Andreas Krieger</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5019" title="v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Klaus Zöllig, Horst Klehr" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh3.jpg" alt="" width="500" height="320" /></p>
<p>v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Klaus Zöllig, Horst Klehr</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5020" title="v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Horst Klehr, Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh4.jpg" alt="" width="500" height="276" /></p>
<p>v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Horst Klehr, Johanna Sperling</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5021" title="Interviews mit Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh5.jpg" alt="" width="500" height="596" /></p>
<p>Interviews mit Johanna Sperling (im Bild u.a. die Kollegen Seppelt, Horeni, Catuogno)</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5022" title="Heidi-Krieger-Medaille" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh6.jpg" alt="" width="363" height="552" /></p>
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		<title>Dichtung und Wahrheit und Ehrendoktor Schäuble</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 11:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Damit es nicht untergeht in den langen Kommentarspalten: Andreas Krieger schrieb gerade: Wissen sie, was mich an der ganzen Geschichte stört? Solche Behauptungen wie von den Herren Schneider und Pottel wären vor zehn Jahren noch nicht gefallen. Heute greift die Verjährung. Von dieser Seite aus kann ihnen nichts mehr passieren. Dazu bekommen sie durch ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damit es nicht untergeht in den langen <a title="Kommentar von Andreas Krieger zu Werner Goldmann darf wieder ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3918#comment-9529" target="_self">Kommentarspalten</a>: <a title="Andreas Krieger zum Fall Goldmann" href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">Andreas Krieger</a> schrieb gerade:</p>
<blockquote><p>Wissen sie, was mich an der ganzen Geschichte stört? Solche Behauptungen wie von den Herren Schneider und Pottel wären vor zehn Jahren noch nicht gefallen.</p>
<p>Heute greift die Verjährung. Von dieser Seite aus kann ihnen nichts mehr passieren. Dazu bekommen sie durch ihre &#8220;Pauschalentschuldigung&#8221; auch noch Rückendeckung von Seiten des Sports und dürfen damit ihre Jobs behalten. &#8220;Wie feige!&#8221;</p>
<p>Ich habe mein EM-Gold nicht umsonst abgegeben. Denn ich wusste als Werfer (auch wenn Herr Schneider es anders behauptet) <strong>nicht</strong>, was mir dort verabreicht wurde. Ich habe es erst durch die Prozesse erfahren.</p>
<p>Was wirklich schlimm ist?</p>
<p>Ich komme mir vor wie ein Vergewaltigungsopfer, das vor Gericht zwar Recht bekommen hat, der Täter wurde auch verurteilt, aber dennoch werde ich durch damalige Mittäter immer wieder als die eigentliche Hure hingestellt, die für ihr eigenes Schicksal selbst verantwortlich gemacht wird.</p>
<p>Das ist schlimm und das tut weh.</p></blockquote>
<p>Und das ist die menschliche Dimension dieser Diskussion. Die Opfer werden nicht gehört, daran ändert auch ein Treffen nicht, dass es irgendwann vor der Leichtathletik-WM geben soll, das kommt zu spät und wird letztlich nur die Propaganda stärken. Täter und deren Gönner setzen sich einmal mehr durch, in schamloser Weise. Und sie verstoßen gegen zahlreiche Regeln, die in einer demokratischen Gesellschaft eingehalten werden sollten, und deren Nichteinhaltung zunächst parlamentarische und möglicher Weise juristische Konsequenzen haben sollten. Etwa die unsachgemäße Verwendung von vielen Millionen aus Steuermitteln über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten. Aber die &#8220;Volksvertreter&#8221; <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">spielen ja mit in diesem unwürdigen Spiel</a>, mit <a title="Reaktion im Sportausschuss ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3895" target="_self">einer Ausnahme</a>. Dies ist die, sagen wir, technokratische Dimension dieser Diskussion. Auch die kommt leider zu kurz, weil jene, die die <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Verwendung von Steuermitteln</a> zu verantworten haben, sich mit diesen &#8220;Pauschalentschuldigungen&#8221; selbst aus der Verantwortung stehlen wollen. Dazu zählen DOSB und Vorgängerorganisationen, DLV und andere Fachverbände, und das BMI &#8211; aber das habe ich oft genug gesagt und dokumentiert.</p>
<p>Passend zur Diskussion ist übrigens diese Pressemitteilung, die mich soeben aus Tübingen erreicht (mit falschem Datum, es geht um den 26. Juni 2009):</p>
<blockquote><p>Ehrendoktorwürde für den Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble</p>
<p>An der Eberhard Karls Universität Tübingen findet im Sommersemester 2009 eine au­ßergewöhnliche Feierstunde statt. Am Freitag, 26. Mai 2009 wird die Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften dem Bundesminister des Innern, </p>
<p align="center"><strong>Herrn Dr. jur. <a title="tag: Wolfgang Schäuble" href="http://jensweinreich.de/?s=sch%C3%A4uble" target="_self">Wolfgang Schäuble</a>,</strong></p>
<p>die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Promotionsfeier findet um 12.00 Uhr s.t. im His­torischen Lesesaal (Bonatzbau, Wilhelmstraße 32) statt, bei der u.a. der Minister­präsident des Landes Baden-Württemberg, Herr Günther Oettinger, ein Grußwort und Prof. Dr. Helmut Digel, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft, die Laudatio spre­chen werden. Hierzu sind Medienvertreter herzlich eingeladen.</p>
<p>Die Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen würdigt damit die Verdienste von Bundesinnenminister Schäuble um die Sportwissenschaft, die sich in einer Vielzahl von Reden und Beiträgen zu Fragen der Sportpolitik, der Sportwissen­schaft und der Sportentwicklung in Deutschland doku­mentieren. Er hat sich dabei als scharfsinniger Analyti­ker der Sportentwicklung und als Initiator sportwissenschaftlicher Diskurse erwiesen. Mit der Konzipierung von Fachkonferenzen hat er in der Bundesrepublik Deutschland als ein anerkannter Vor­denker auf dem Gebiet der Sportentwicklung ein besonderes Profil gewonnen.</p></blockquote>
<p>Ach ja, Helmut Digel.</p>
<p>Was <a title="tag: Hansjörg Kofink" href="http://jensweinreich.de/?s=kofink" target="_self">Hansjörg Kofink</a> davon hält, kann man <a title="Offener Brief Kofink, Juni 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/kofink-7609.pdf" target="_blank">hier als pdf-Datei nachlesen</a> (5 Seiten), ein weiterer Offener Brief von Kofink an die üblichen Verdächtigen in BMI, DLV und DOSB etc. pp.</p>
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		<title>&#8220;Der Appetit kam beim Essen&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 13:21:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich wollte diesen Eintrag schon immer mal schreiben und finde, das passt jetzt ganz gut, da Andreas Krieger hier gerade einen bemerkenswerten Kommentar geschrieben hat &#8211; und überhaupt. Worum geht es? Um die banale Erkenntnis, dass man nicht ewig auf der Stelle treten muss. Dass die Dinge sich entwickeln und dass sich eher selten etwas so gestaltet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte diesen Eintrag schon immer mal schreiben und finde, das passt jetzt ganz gut, da Andreas Krieger hier gerade einen <a href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">bemerkenswerten Kommentar</a> geschrieben hat &#8211; und überhaupt. Worum geht es? Um die banale Erkenntnis, dass man nicht ewig auf der Stelle treten muss. Dass die Dinge sich entwickeln und dass sich eher selten etwas so gestaltet, wie es auf den ersten Blick erscheint.</p>
<p>Wer mag, kann flink mal meinen ersten journalistischen Schreibversuch begutachten und sich darüber wundern, dass unter meinem Namen Formulierungen auftauchen wie &#8220;unsere Leichtathletik&#8221; oder &#8220;unser Olympiasieger&#8221;. Probleme sind übrigens da, um gelöst zu werden. Ich sage nicht mal, dass mir das jemand reinredigiert hätte. Spielt keine Rolle, das war damals so. Ich wusste es nicht besser. Dem ersten Text sind <a href="http://jensweinreich.de/?page_id=9">rund 3000 andere</a> gefolgt, ein paar Bücher und TV-Dokumentationen auch. Vielleicht war nicht alles so dämlich.</p>
<p>Voila, hier sind also die Zeilen über den Entdecker &#8220;unserer&#8221; Kugelstoß-Europameisterin Heidi Krieger, aus der inzwischen Andreas Krieger geworden ist, und der seine Goldmedaille aus jenem Jahr für einen einzigartigen <a href="http://www.dohev.de/main.php/rubrik/verein/srubrik/heidi_krieger_preis" target="_blank">Anti-Doping-Preis</a> gespendet hat. Den SC Dynamo Berlin gibt es nicht mehr, so weit ich weiß, eben so wenig wie das Land, das &#8220;unsere Helden&#8221; hervor gebracht hat. Ich sag&#8217; doch, die Dinge entwickeln sich.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2537" title="jwkrieger1986" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/01/jwkrieger1986.jpg" alt="" width="500" height="649" /></p>
<p><span id="more-2534"></span></p>
<blockquote><p><em><span style="color: #000000;"><strong>Junge Welt, 29. November 1986</strong><br />
Nach einer Berliner Pflanze, &#8220;die sich im Sommer vorkam, als wäre Weihnachten&#8221;, fragten wir in der dritten Folge unseres Preisrätsels &#8220;Wer ist wer?&#8221; zur DDR-Sportlerumfrage 1986. Heute nun die Auflösung: Das Mädchen unter dem Weihnachtsbaum ist niemand anderes als Heidi Krieger. Ihr sommerliches Weihnachten war im August dieses Jahres. Sie stieß die Kugel 21,10 m weit und wurde so die Überraschungssiegerin der Stuttgarter Europameisterschaftstage. Entdeckt wurde sie vom Diplomsportlehrer Bernd Knobloch. Der 40jährige ehemalige Stabhochspringer sorgt sich auch heute noch um den Leichtathletik-Nachwuchs.</span></em></p>
<p>Zur Zeit findet man Bernd Knobloch im Berliner Stadtbezirk Hohenschönhausen. Im neuen Trainingszentrum Dynamo &#8220;Fritz Elkemeier&#8221; hat der langjährige TZ-Trainer eine Aufgabe, die ihn voll und ganz fordert und der er sich gern stellt. Es gilt, Talente zu sichten, Absprachen mit Schule und Elternhaus zu treffen und natürlich zu trainieren. &#8220;Die Arbeit mit den Kindern bedeutet mir sehr viel. Deshalb bin ich froh, diese Aufgabe erhalten zu haben. Hier kann ich meine Kräfte voll entfalten. Die große Begeisterung für seinen Beruf merkt man ihm bei jedem Satz an. Er hat sich mit Leib und Seele der Leichtathletik verschrieben. Ganz genau verfolgt er die Entwicklung seiner jetzigen und ehemaligen Schützlinge. So ist er auch stolz darauf, dass er &#8220;einen ganz kleinen Anteil&#8221; am EM-Titel Heidi Kriegers hat.</p>
<p>&#8220;Im September 1975 kam sie mit einem Schulkameraden zum Training der SG Dynamo Pankow&#8221;, erzählt er. &#8220;Sie fiel mir sofort durch ihre Größe und ihre Wurfkraft auf.&#8221; Doch es war nicht leicht, das talentierte Mädchen für die Leichtathletik zu begeistern. &#8220;Ich musste klug vorgehen. So wählte ich in der ersten Zeit sehr oft Disziplinen für das Training aus, die ihr besonders gefielen, wie eben Werfen und Stoßen.&#8221; Nach etwa einem halben Jahr zahlte sich diese &#8220;Taktik&#8221; aus. Heidi hatte sich endgültig für die Leichtathletik entschieden, der Appetit war beim Essen gekommen.</p>
<p>1978 wurde sie dann zum SC Dynamo Berlin delegiert. Diese Delegierung bezeichnet Bernd Knobloch als einen kollektiven Erfolg der Trainer und des Elternhauses. Dabei denkt er besonders an Giesbert Urzynicak, der sich Heidis werferischer Ausbildung widmete. Eine enge Zusammenarbeit mit Heidis Mutter war für ihn selbstverständlich. Auch heute hat er noch einen sehr guten Kontakt zu ihr. Natürlich auch zu Heidi, die ihm erst vor kurzem ein sehr schönes Exemplar ihrer Karikaturen zum Geschenk machte. Beim Training im Berliner Sportforum kommt es oft zu Begegnungen mit der Europameisterin. Für seine jetzigen Schützlinge ist das ein großer Ansporn, ihr nachzueifern.</p>
<p>Bernd Knobloch ist ein Mann, der sich nicht vor Problemen versteckt. Im Gegenteil: Er sucht die Offensive. So ist es zu erklären, dass er sich jetzt einer Problemdisziplin unserer Leichtathletik widmet, dem Stabhochsprung. Als Aktiver sprang er einst gegen Wolfgang Nordwig, heute bildet er als Trainer junge Stabhochspringer aus und hofft, dass vielleicht einmal einer von ihnen in die Fußstapfen unseres Olympiasiegers und einstigen Weltrekordlers treten kann.</p></blockquote>
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		<title>Andreas Krieger zum Fall Goldmann &amp; Co.</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 14:26:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein update zur Diskussion um die Entlassung des dopingbelasteten Trainers Werner Goldmann und den offenen Brief deutscher Leichtathleten. Andreas Krieger hat dazu einen Kommentar geschrieben. Ich hoffe, es nicht zu übertreiben, wenn ich mir erlaube, diesen Kommentar hier hinein zu kopieren. Ich finde, die Meinung von Andreas Krieger ist zu wichtig, ich möchte nicht, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein update zur <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499" target="_self">Diskussion</a> um die Entlassung des dopingbelasteten Trainers Werner Goldmann und den offenen Brief deutscher Leichtathleten. <strong>Andreas Krieger</strong> hat dazu einen <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499#comment-5304" target="_self">Kommentar</a> geschrieben. Ich hoffe, es nicht zu übertreiben, wenn ich mir erlaube, diesen Kommentar hier hinein zu kopieren. Ich finde, die Meinung von Andreas Krieger ist zu wichtig, ich möchte nicht, dass Leser seinen Standpunkt &#8211; in der Kommentarspalte geäußert &#8211; übersehen.</p>
<blockquote><p>Als Dopingbetroffener kann ich hier nicht schweigen.</p>
<p>Der Verband hat endlich nach immer wieder erneuten Kritiken über dopingbelastete Trainer der ehemaligen DDR im Sport richtig und konsequent reagiert. Nicht nur die Presse kritisierte diesen Zustand immer wieder, seit viele, vielen Jahren, sondern auch Dopingopfer forderten eine konsequentere Haltung vom DOSB zu diesem Thema.</p>
<p>Zum Fall Goldmann kann ich nur sagen, dass die Entscheidung richtig ist. Sicherlich trifft es die heutigen aktiven Sportler hart, aber für diese Situation ist ganz allein Herr Goldmann selbst verantwortlich zu machen. Sein beharrliches Schweigen und die halbherzige Aufarbeitung seiner eigenen Vergangenheit haben ihn jetzt eingeholt.</p>
<p>Er hatte die Möglichkeit damit aufzuräumen, doch das schien ihm wohl nicht so wichtig. Ihm war, so scheint mir, seine eigene Karriere wichtiger.</p>
<p>Das interessante an der ganzen Geschichte ist, es hätte in manchen Fällen nur einer ehrlich gemeinten Entschuldigung bedurft, um Dopingopfern zu signalisieren, dass damals nicht nur auf staatlicher Ebene kriminell gehandelt wurde, sondern auch dass das persönliche ethisch-moralische Versagen der involvierten Trainer dazu beitrug, das Dopingsystem der DDR zu stützen und zu tragen und damit Dinge passieren zu lassen, die nicht wieder gut zu machen sind.</p>
<p>Stattdessen hat er sich freigekauft. Durch die Zahlung einer nicht unerheblichen Geldsumme erwirkte Goldmann die Einstellung eines Gerichtsverfahren gegen ihn.</p>
<p>Wenn man sich nichts vorzuwerfen hat, warum dann freikaufen?<span id="more-2531"></span></p>
<p>Im Protestschreiben namenhafter Werfer gegen die Entlassung Goldmanns ist von einem Bauernopfer die Rede, welchem mit der Entlassung seine Passion und sein Leben zerstört werden.</p>
<p>Ich frage mal gerade heraus, wie sieht es den mit der Lebensqualität der Dopinggeschädigten aus. Sie haben mehr verloren, als nur ihren Job. Die Schäden, die durch den systematischen Dopingmissbrauch des DDR-Systems entstanden sind, verjähren moralisch nicht, da nie ein Täter- Opfer-Ausgleich stattgefunden hat. Nicht, weil die Geschädigten dieses nicht wollten, sondern weil die dopingbelasteten Trainer durch beharrliches Leugnen, bewusstes Lügen, taktisches Kleinreden ihrer Vergangenheit deutlich signalisierten, dass sie sich ihrer Verantwortung und ihrem Versagen nicht stellen wollen.</p>
<p>Ich kann hier also kein Bauernopfer erkennen. Beim Schachspiel wird der Bauer geopfert, um die Dame zu schützen. Wer sollte hier die Dame sein? Wissen da die aktiven Sportler mehr als die Öffentlichkeit?</p>
<p>Dieser Mann hat nichts zur Aufarbeitung des DDR-Systems getan, weiter einen netten Job aus Steuergeldern finanziert bekommen und wundert sich warum er nicht weiter machen darf, wie zuvor.</p>
<p>Bei allem Verständnis für die unterzeichnenden Sportler stellt sich mir hier auch die Frage, warum sie nur sich selbst und ihre eigenen Erfahrungen mit diesem Trainer zum Maß der Dinge machen. Warum sie mit Argumenten („Verjährungsfristen&#8221; von Straftaten, Rehabilitierung, mangelnde Beweise, „Kündigung&#8221; etc.) hantieren, welche nicht nur falsch benannt sind, sondern auch in übersteigerter Weise die Uneigennützigkeit, den Altruismus sowie die edle Gesinnung ihres ehemaligen Trainers darstellen sollen. Das finde ich verdammt seltsam.</p>
<p>Der Verdacht liegt nahe dass Goldmann jetzt, wo es um seine Existenz geht, sich vertrauensvoll an prominente Sportler wendet, um nicht nur Unterstützung zu erfahren, sondern auch „Persilscheine&#8221; sammeln will.</p>
<p>Er bietet seine Unterstützung und Hilfe ehrenamtlich an. Wo war er, als ehemalige dopinggeschädigte Sportler seine Hilfe brauchten? Als es um Aufklärung und Bewältigung der Dopingpraxis in der DDR ging?</p>
<p>Herr Goldmann orientiert sich auch hier und heute noch an den Unversehrten, den Gewinnern des Hochleistungssports, um an etwas teilhaben zu können, was er sein Leben lang mit Besessenheit verfolgt hat: Ruhm, Macht und Erfolg &#8211; koste es was es wolle- und wenn es die eigenen Seele ist&#8230; oder auch nur das Leben der anderen.</p>
<p>Leidtragende in der ganzen Sache sind wieder die Sportler.</p>
<p>Andreas Krieger</p></blockquote>
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