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> <channel><title>jens weinreich &#187; adidas</title> <atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/adidas/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.jensweinreich.de</link> <description>don&#039;t mix politics with games</description> <lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Deutschland und die Korruption: Kartell der Schande</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/#comments</comments> <pubDate>Mon, 06 Jun 2011 18:40:06 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[adidas]]></category> <category><![CDATA[bmi]]></category> <category><![CDATA[christian humborg]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[finanzierung von journalismus]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[kriminalistisches]]></category> <category><![CDATA[lobbyismus]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[sportausschuss]]></category> <category><![CDATA[theo zwanziger]]></category> <category><![CDATA[totaldemokraten]]></category> <category><![CDATA[transparency international]]></category> <category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category> <category><![CDATA[bestechung]]></category> <category><![CDATA[dfb]]></category> <category><![CDATA[propaganda]]></category> <category><![CDATA[transparenzfragen]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10433</guid> <description><![CDATA[Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die KorruptionsbekÃ¤mpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen FunktionÃ¤re und ihre unterwÃ¼rfige, charakterlose Haltung zur FIFA, die Deutschen und die vielfÃ¤ltigen Lebenssachverhalte,Â die Deutschen und der sportpolitische [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die KorruptionsbekÃ¤mpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen FunktionÃ¤re und ihre <a
title="Die beschÃ¤mende Wahrheit: was die DFB-Vertreter Zwanziger und Beckenbauer auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">unterwÃ¼rfige, charakterlose Haltung zur FIFA</a>, die Deutschen und die <a
title="VielfÃ¤ltige Lebenssachverhalte ..." href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/20/vielfaltige-lebenssachverhalte-iii/" target="_self">vielfÃ¤ltigen Lebenssachverhalte</a>,Â die Deutschen und der <a
title="Der sportpolitische Komplex ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">sportpolitische Komplex</a>, die Deutschen und der peinliche <a
title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Bundestags-Sportausschuss</a>, durchsetzt von Wichtigtuern, DuckmÃ¤usern und <a
title="tag: Lobbyismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/lobbyismus/" target="_self">Lobbyisten</a>, die ahnungslosen, bornierten so genannten Sportpolitiker &#8230;</p><p>&#8230; ach, das sind Skandale fÃ¼r sich. Ein Jammer. Tausendmal beschrieben und belegt, hier und anderswo.</p><p>Es muss dennoch immer wieder neu erzÃ¤hlt und kommentiert werden.</p><p>Ich hatte gelegentlich und vielleicht zu oft in den vergangenen Tagen auch in etlichen Interviews gesagt:</p><blockquote><p><strong>Wer schweigt, macht sich mitschuldig.</strong></p></blockquote><p>Und ob.</p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/05/dlf_20110605_1924_dc732dfa.mp3" target="_self">:</a></p><p>Zu den EnttÃ¤uschungen der vergangenen Woche zÃ¤hlte natÃ¼rlich DFB-PrÃ¤sident Theo Zwanziger. Auf dem von skandalÃ¶sen VorfÃ¤llen umtosten FIFA-Kongress in ZÃ¼rich unterstÃ¼tzte er den Versuch des englischen Verbandes, die so genannte Wahl zu verschieben, nicht oder vielleicht nur nicht hÃ¶rbar, who knows &#8211; hÃ¶rbar gab er wÃ¤hrend des Kongresses allerdings <a
title="Die beschÃ¤mende Wahrheit: was DFB-Vertreter auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">Lobpreisungen fÃ¼r die FIFA</a> zu Protokoll.Â In Deutschland durchaus kritisiert, teilte Zwanziger nun Ã¼ber seine Leib- und Magen-BlÃ¤tter <a
title="Bild.de: Zwanziger beruft Blatter-Gipfel ein" href="http://www.bild.de/sport/fussball/theo-zwanziger/dfb-boss-zwanziger-ruft-blatter-gipfel-ein-18213954.bild.html" target="_blank">aus dem Hause Springer</a> mit, er wolle noch vor der FuÃŸball-WM der Frauen einen Runden Tisch einberufen.</p><p>Wow.</p><p>Wenn man nicht weiter weiÃŸ oder Engagement vortÃ¤uschen will, grÃ¼ndet man eine Kommission â€“ oder lÃ¤dt an einen so genannten Runden Tisch.</p><p>GemÃ¤ÃŸ Springer-Medien will DFB-Boss Zwanziger also am 21. Juni, fÃ¼nf Tage vor ErÃ¶ffnung der Frauen-WM, in Frankfurt Â a. M. Ã¼ber das Korruptionsthema diskutieren. Wobei: Von Korruption redet der DFB-PrÃ¤sident ja nicht so gern. Personen wie er haben Probleme mit der Begriffsbestimmung, behaupten gern, es lÃ¤gen keine Beweise vor, verstecken sich, wenn es darauf ankommt, wie auf dem FIFA-Kongress, und laden dann die Ã¼blichen VerdÃ¤chtigen â€“ die lÃ¤ngst hÃ¤tten klar Stellung beziehen kÃ¶nnen. Es aber nicht taten.</p><p>Es gibt verschiedene Definitionen von Korruption. FÃ¼r Zwanziger und Co noch einmal die allumfassende, fÃ¼r den Sportbetrieb absolut ausreichende, formuliert von Transparency International:</p><blockquote><p>Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Nutzen oder Vorteil.</p></blockquote><p>Das passt. Da erÃ¼brigt sich jede Diskussion.</p><p>Da muss man gar nicht staatstragend tun wie Zwanziger, der nun anmaÃŸend formuliert, man wolle <em>&#8220;konzeptionelle Grundlagen fÃ¼r eine deutsche Position entwickeln, die anschlieÃŸend mit UEFA und FIFA&#8221;</em> besprochen werde.</p><p><strong>Deutsche Position? Hier kann es nur eine Position geben: FÃ¼r oder gegen Korruption.</strong></p><p>Es ist viel einfacher: Deutsche SportfunktionÃ¤re und Sportpolitiker mÃ¼ssen handeln, sollten sie dazu willens, ehrlich genug und intellektuell fÃ¤hig sein.</p><p>Sie hÃ¤tten schon lÃ¤ngst handeln kÃ¶nnen. Aber sie tun (fast) nichts.</p><p>Deutschland zÃ¤hlt in der internationalen KorruptionsbekÃ¤mpfung zu den Schlusslichtern. Das Nichtstun hat System in Deutschland.</p><p>Beweise und Nachhilfeunterricht gefÃ¤llig?</p><ul><li><a
title="HÃ¶rprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">HÃ¶rprobe: Korruption im Sport</a></li></ul><p
style="text-align: center;"><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" target="_self">:</a></p><ul><li><a
title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens</a></li><li><a
title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</a></li><li><a
title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/" target="_self">The new power holders in world sport</a></li><li><a
title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport</a></li><li><a
title="Wie sich korrupte FunktionÃ¤re im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">Wie sich korrupte FunktionÃ¤re im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen</a></li></ul><p>Eine Initiative der bayerischen Justizministerin Beate Merk fÃ¼r einÂ <a
title="Gesetz zur BekÃ¤mpfung des Dopings und der Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Gesetz zur BekÃ¤mpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221; </a> ist 2009 grandios gescheitert â€“ vor allem am Widerstand der SportverbÃ¤nde und ihrer Lobbyisten, die beispielsweise im Sportausschuss des Bundestages sitzen.</p><p>Vertreter des fÃ¼r Sport zustÃ¤ndigen Bundesinnenministeriums spielen auf Arbeitsebene der Sportminister im Europarat und der EuropÃ¤ischen Union ebenfalls eine durchaus schÃ¤ndliche Rolle. Den BMI-StaatssekretÃ¤r Christoph Bergner interessiert das Thema nicht die Bohne.</p><p>Die Bundesrepublik zÃ¤hlt zu einer alarmierenden Minderheit von Staaten, die die Konvention der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC) nicht ratifiziert haben. Deutschland spielt in einer Liga mit Totaldemokratien wie Nordkorea, Somalia, Tschad, Oman, Saudi-Arabien, Myanmar â€“ bis hin zu Kiribati und Tuvalu. Nur drei G-20-Staaten haben die UN Konvention nicht ratifiziert, nur drei EU-Staaten nicht â€“ und nur vier OECD-Nationen. Deutschland ist Schlusslicht. Der Gipfel der Peinlichkeit.</p><ul><li>Lesebefehl! <strong>Christian Humborg</strong>: <a
title="Space for Transparency" href="http://blog.transparency.org/2011/05/16/in-the-fight-against-corruption-germany-falls-behind/" target="_blank">In the fight against corruption, Germany falls behind </a></li></ul><p>Christian Humborg, GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der deutschen Sektion von Transparency International, schrieb kÃ¼rzlich: Deutschland verlangt von anderen LÃ¤ndern wie etwa Afghanistan, gegen Korruption zu kÃ¤mpfen, keht aber den Dreck vor der eigenen TÃ¼r nicht. GÃ¤nzlich bizarr wird es, wenn der deutsche Steuerzahler Projekte des UNCAC finanziert, die Ã¼ber die GTZ in LÃ¤ndern wie Kolumbien, Indonesien oder Sierra Leone abgewickelt werden â€“ Deutschland selbst aber UNCAC nicht vollends unterstÃ¼tzt.</p><p>Der Wahnsinn hat Methode. Ob bei Themen wie Abgeordneten-Bestechung â€“ oder eben bei Korruption im Sport.</p><p>Die moderne Sportkorruption, man muss es immer wieder sagen, denn es ist die historische Wahrheit, wurde in Deutschland von einem Deutschen erfunden. Das System, dass der einstige Adidas-Chef Horst Dassler in den frÃ¼hen siebziger Jahren geprÃ¤gt und mit seiner ISL-Firmengruppe in den Achtzigern zur BlÃ¼te gebracht hat, wirkt bis heute nach. Etliche der engsten Dassler-Mitarbeiter sind noch immer in Amt und WÃ¼rden. Allen voran Joseph Blatter, der FIFA-Pate.</p><p>Auch Jean-Marie Weber, der mehr als 141 Millionen Franken Schmiergeld an hÃ¶chste SportfunktionÃ¤re aus FIFA, IOC und anderen olympischen WeltverbÃ¤nden verteilt hat, mischt noch munter mit. Er berÃ¤t die IOC-Mitglieder Issa Hayatou (Kamerun), Scheich Al-Sabah (Kuwait) und Lamine Diack (Senegal). Er zÃ¤hlte am Mittwoch als Ehrengast des FIFA-Kongresses in ZÃ¼rich zu den ersten Gratulanten Blatters. Er nahm kÃ¼rzlich in Lausanne an einem Journalisten-Empfang der MÃ¼nchner Olympiabewerber GmbH teil.</p><p>Ãœbrigens zÃ¤hlte auch DOSB-PrÃ¤sident und IOC-Vize Thomas Bach einst zu Dasslers Vertrauten, er war zeitweise sein Adlatus, will aber nie etwas von unsauberen Machenschaften erfahren haben.</p><p>Und selbst die deutsche Sektion von Transparency International hinkt anderen Sektionen, etwa der in der Schweiz, meilenweit hinterher. WÃ¤hrend TI-Sportsprecherin Sylvia Schenk inhaltlich selten auf der HÃ¶he ist, hat die Schweizer Sektion gemeinsam mit der olympischen Dachorganisation Swiss Olympic schon vor einem Jahr einen <a
title="Checkliste Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/02/07/checkliste-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Ratgeber fÃ¼r VerbÃ¤nde&#8221;</a> erarbeitet. Gewiss kein bahnbrechendes Dokument, als Mix aus rechtlichen Tipps, einer Korruptions-Checkliste und Fallbeispielen jedoch ein bemerkenswertes Heftchen, dass es in Deutschland nicht gibt.</p><p><em>(Nachtrag, 7. Juni, 14.21 Uhr: TI Schweiz macht mich per Email darauf aufmerksam, dass Frau Schenk &#8220;bei derÂ Erstellung dieses Ratgebers massgeblich beteiligt war. Ihre Hinweise und Anmerkungen waren fÃ¼r den Inhalt des Ratgebers fÃ¼rÂ SportverbÃ¤nde mitentscheidend&#8221;. Das ist dann mal eine Ãœberraschung.)</em></p><p>In Deutschland wird zudem, erst jÃ¼ngst wieder in Stellungnahmen des DOSB-PrÃ¤sidenten nachzulesen, das Thema &#8220;Korruption im Sport&#8221; argumentativ gern mit dem Bereich Wettbetrug gleichgesetzt. Das entspricht der politischen Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dessen PrÃ¤sident Jacques Rogge kÃ¼rzlich in Lausanne einen Wettgipfel abgehalten hat, bei dem es den anwesenden Politikern quasi verboten wurde, Ã¼ber andere Themen zu reden.</p><p>Die Propaganda von Sportkonzernen wie dem IOC zielt darauf ab, das Thema Korruption unter FunktionÃ¤ren mit all seinen Implikationen aus dem Ã¶ffentlichen Blickfeld zu nehmen. Stattdessen wird die Wettmafia seit einiger Zeit als grÃ¶ÃŸte GeiÃŸel des Sports gebrandmarkt.</p><p>Ich nenne das: IrrefÃ¼hrung mit System.</p><p><em><strong>Und falls die Sportkameraden von Siemens, Adidas, Telekom, Daimler, Bayer, BMW, Volkswagen, Allianz vorbei schauen sollten: Sie kÃ¶nnen etwas gegen Korruption tun. Das geht ganz einfach: Sponsern Sie diesen Blog oder investieren Sie in andere journalistische Arbeit, wir kÃ¶nnen gern Ã¼ber Rechercheprojekte reden. </strong></em></p><p><em><strong>Eine schÃ¶ne EnthÃ¼llung ist gar nicht so teuer &#8211; man muss es nur wollen.</strong></em><br
/> <a
href="http://flattr.com/thing/301511/Deutschland-und-die-Korruption-Kartell-der-Schande" target="_blank"><br
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title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>26</slash:comments> <enclosure
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title="Spiegel Online" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,704259,00.html" target="_blank">SpOn</a> gedichtet und nun fÃ¼rs Blog aufgehÃ¼bscht <em>(und korrigiert, in der ersten Fassung sind mir zwei Fehler unterlaufen, hoffentlich findet niemand noch einen)</em>.</p><p>Der PensionÃ¤r redete sich in Rage. Zu kommerzialisiert sei der FuÃŸball, schimpfte er, die jungen Leute seien heutzutage zu sehr aufs Geld fixiert. Zu seiner Zeit, sprach also EusÃ©bio da Silva Ferreira, sei alles besser gewesen. Sie hÃ¤tten sie sich auf das Spiel konzentriert, damals vor viereinhalb Jahrzehnten. EusÃ©bio, 1942 in Mosambik geboren, war fÃ¼r Portugal TorschÃ¼tzenkÃ¶nig der Weltmeisterschaft 1966 in England. Neun Treffer erzielte er damals. Seine legitimen Nachfolger, die besten TorschÃ¼tzen der Endrunde 2010, haben bislang vier Mal getroffen: Der Spanier David Villa, der Argentinier Gonzalo HiguaÃ­n, die im Viertelfinale noch dabei sind, und der Slowake Robert Vittek, fÃ¼r den das Turnier bereits beendet ist.</p><p>Was den alten Helden EusÃ©bio und die aktuellen Stars eint: Sie alle werden von Adidas als Werbefiguren vermarktet. Insofern relativiert sich die Kritik, die EusÃ©bio in Johannesburg bei einem PR-Termin des Sportartikelkonzerns aus dem frÃ¤nkischen Herzogenaurach vorbrachte.</p><p>Wen hat EusÃ©bio gemeint? Doch wohl kaum Profis aus dem eigenen Stall? FÃ¼r Adidas lÃ¤uft es derzeit glÃ¤nzend. Den verletzungsbedingten Ausfall eines WerbetrÃ¤gers, Michael Ballack, kompensiert man durchaus lÃ¤ssig. Lionel Messi (Argentinien), David Villa oder Bastian Schweinsteiger kÃ¶nnten zum besten Spieler des Turniers gewÃ¤hlt werden; Thomas MÃ¼ller hat Chancen auf den Titel des besten jungen Spielers. Statistiker sagen, dass die HÃ¤lfte aller Tore in Adidas-Schuhen geschossen wird. Im Viertelfinale ist Adidas mit vier Teams vertreten und wird, da sie gegeneinander spielen (Deutschland gegen Argentinien, Spanien gegen Paraguay) zwei Mannschaften im Halbfinale haben. Das Halbfinale wird von je einem Team von Nike (<a
title="SÃ¼dafrika, Tag 28: Brasilien vs Niederlande" href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/02/sudafrika-tag-28-brasilien-vs-niederlande/" target="_self">Niederlande</a>) und Puma (Uruguay oder Ghana) komplettiert.</p><p>Dies war die Ausgangslage zu WM-Start:</p><ul><li><a
title="Adidas Football" href="http://www.adidas.com/campaigns/football/content/index.aspx?adidas_cc=de" target="_blank">Adidas</a> (12 Teams): Deutschland, Spanien, SÃ¼dafrika, Argentinien, Frankreich, DÃ¤nemark, Japan, Mexiko, Griechenland, Slowakei, Paraguay und Nigeria.</li><li><a
title="Nike Football" href="http://www.nike.com/nikeos/p/nikefootball/language_tunnel" target="_blank">Nike</a> (10 Teams, inklusive der Tochterfirma Umbro): Brasilien, Niederlande, Portugal, Australien, Serbien, die USA, SÃ¼dkorea, Slowenien und Neuseeland. Dazu England (<a
title="Umbro Football" href="www.umbrofootballkits.co.uk" target="_blank">Umbro</a>).</li><li><a
title="Puma Football" href="http://www.pumafootball.com/" target="_blank">Puma</a> (7 Teams): Ghana, Kamerun, Algerien, ElfenbeinkÃ¼ste, Schweiz, Uruguay und Italien.</li><li><a
title="Brooks" href="http://talk.brooksrunning.com/2010/05/07/meet-the-official-chile-world-cup-football-jersey-by-brooks/" target="_blank">Brooks</a> (1 Team): Chile.</li><li><a
title="Wikipedia: Legea" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Legea" target="_blank">Legea</a> (1 Team): Nordkorea.</li><li><a
title="Joma Sports" href="http://www.joma-sport.com/flash/en/home/home.html" target="_blank">Joma</a> (1 Team): Honduras.</li></ul><p>FÃ¼r Adidas sind FuÃŸball-Weltmeisterschaften immer Heimspiele. Adidas ist von jeher Sponsor des Weltverbandes FIFA, ist traditionell mit der FIFA verbandelt: PrÃ¤sident Blatter wurde Mitte der siebziger Jahre als damaliger FIFA-Direktor sogar von Adidas bezahlt. Exekutivmitglied Franz Beckenbauer ist damals wie heute wichtiger Adidas-WerbetrÃ¤ger. Die Firma genieÃŸt stets Exklusivrechte, stellt den WM-Ball (Ã¼ber den auch diesmal reichlich gespottet wurde) und rÃ¼stet die Schiedsrichter aus. GegenÃ¼ber des FIFA-Hauptquartiers hat Adidas eine Ausstellungshalle gemietet und fÃ¼hrt dort Legenden wie EusÃ©bio vor.</p><p>Auch fÃ¼r Puma, den ungleichen Bruder aus Herzogenaurach, ist das Turnier eine Art Heimspiel. Denn Puma-Chef Jochen Zeitz, der eine Farm in Kenia besitzt, hat die Marketingstrategie seiner FuÃŸballsparte ganz auf Afrika ausgerichtet und sogar das Firmenlogo, den Puma, mit einer Afrikakarte ersetzt. Drei der vier afrikanischen Puma-Teams sind allerdings schon ausgeschieden. Nike â€“ nach Umsatz weltweit die Nummer eins vor Adidas, im FuÃŸball knapp hinter den Deutschen die Nummer zwei â€“ kann derzeit nur zweifelhafte Erfolge verzeichnen. Zwar jagte man Adidas gerade zwei WM-Teams ab und stattet kÃ¼nftig die Franzosen und SÃ¼dafrikaner aus. Doch beide Mannschaften enttÃ¤uschten bei der WM mit am meisten.</p><p>Eigentlich hatte Nike einen glÃ¤nzenden WM-Auftakt. Denn der vom  Oscar-PreistrÃ¤ger <a
title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alejandro_Gonz%C3%A1lez_I%C3%B1%C3%A1rritu" target="_blank">Alejandro GonzÃ¡lez IÃ±Ã¡rritu</a> produzierte WM-Werbespot â€žWrite the futureâ€œ wurde geradezu hymnisch gelobt.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/02/werbepause-die-wm-der-sportartikelkonzerne/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Mehr als 18 Millionen Mal wurde das Video bislang auf Youtube abgerufen. Dagegen kommt Adidas mit dem RuhestÃ¤ndler Zidane und auch sonst doch sehr gewÃ¶hnlich daher.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/02/werbepause-die-wm-der-sportartikelkonzerne/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Um es komplett zu machen, hier noch Pumas &#8220;Journey of Football&#8221;:</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/02/werbepause-die-wm-der-sportartikelkonzerne/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Doch der Erfolg des Nike-DreiminÃ¼ters von IÃ±Ã¡rrituÂ relativiert sich nach den ersten WM-Wochen. Zu frÃ¼h wurde Ã¼ber den vermeintlichen Erfolg Nikes im Bereich Social Media und den Segen des Viralen Marketing fabuliert. Denn jetzt, da die WM in die entscheidende Phase geht und sportlich abgerechnet wird, verkehrt sich alles ins Gegenteil. â€žWrite the futureâ€œ? Nike wird nur noch ausgelacht. Millionen Menschen spotten Ã¼ber die Auftritte der Nike-Ikonen.</p><p>Dumm gelaufen: Sieben Profis lichtete Alejandro GonzÃ¡lez IÃ±Ã¡rritu fÃ¼r seinen Spot ab. Einer wurde im letzten Moment aus dem WM-Aufgebot gestrichen (Brasiliens ehemaliger WeltfuÃŸballer Ronaldinho). FÃ¼nf andere erlebten in SÃ¼dafrika sportliche Desaster: Didier Drogba in MaÃŸen, vor allem aber Fabio Cannavaro, Titelverteidiger und bester Spieler der WM 2006, Franck Ribery, Wayne Rooney und Cristiano Ronaldo. Von den Nike-Helden hat es nur der Robinho ins Viertelfinale geschafft &#8211; da war nun Endstation.</p><p>Nachdem das Marktforschungsinstitut Nielsen zu WM-Beginn <a
title="Nike ambushes official World Cup sponsors" href="http://blog.nielsen.com/nielsenwire/media_entertainment/nike-ambushes-official-world-cup-sponsors/" target="_blank">eine Analyse verÃ¶ffentlichte</a>, wonach Nike im Bereich Social Media doppelt so viel Aufmerksamkeit generiert wie Adidas und auch mehr als alle anderen WM-Sponsoren, konterte Adidas-Chef Herbert Hainer noch wÃ¤hrend der Vorrunde mit einer optimistischen Umsatzprognose: Statt 1,3 Milliarden Euro im FuÃŸballgeschÃ¤ft, das etwa ein Siebtel des Konzernumsatzes ausmacht, rechne man fÃ¼r 2010 nun mit 1,5 Milliarden. Adidas wird auch in diesem Jahr im FuÃŸball-Business knapp vor Nike liegen. Die Amerikaner bleiben insgesamt weltweit die Nummer eins, sie setzen mehr als dreizehn Milliarden um, Adidas rund elf Milliarden.</p><p>Und, ganz frisch, inzwischen steht Adidas, laut Nielsen auch wieder <a
title="World Cup sponsors recover from competitor ambushes" href="http://blog.nielsen.com/nielsenwire/online_mobile/world-cup-sponsors-recover-from-competitor-ambushes/" target="_blank">viel besser da</a> &#8211; ganz vorn, vor Ambusher Nike.</p><p>Die Aktienkurse der Konzerne aber kÃ¶nnen sich dem allgemeinen Trend nicht entziehen und stehen leicht unter Druck. <a
title="Google Finance - Adidas" href="http://www.google.com/finance?q=ETR:ADS" target="_blank">Adidas</a> startete bei knapp 38 Euro ins WM-Jahr, stand Anfang Mai bei 45 Euro und steht aktuell bei knapp 40. <a
title="Google Finance - Nike" href="http://www.google.com/finance?q=NYSE:NKE" target="_blank">Nike</a> starte im Januar bei 45 Euro, entwickelte sich vor der WM prÃ¤chtig, um aktuell wieder nachzugeben bei derzeit 53 Euro. Auch <a
title="Google Finance - Puma" href="http://www.google.com/finance?q=puma" target="_blank">Puma</a> gibt nach und liegt derzeit bei 212 Euro, Anfang Mai waren es noch 264.</p><p>Die Tendenz ist nicht neu. Denn mÃ¶gen die UmsÃ¤tze im FuÃŸball-Segment in WM-Jahren auch stets steigen, die BÃ¶rse reagiert darauf nur mÃ¤ÃŸig, keinesfalls mit jenen Feuerwerken, die Analysten und Branchendienste stets vorhersagen. Die historische Wahrheit lautet: In den WM-Jahren 1998, 2002 und 2006 stagnierten die Kurse von Adidas und Nike meist oder gingen teils betrÃ¤chtlich zurÃ¼ck. Puma dagegen konnte seit 2002 stets reÃ¼ssieren, was wohl aber eher der Ausrichtung als Lifestyle-Marke geschuldet war.</p><p>Im FuÃŸballgeschÃ¤ft brachte sich Puma dementsprechend mit viel diskutierten Outfits ins GesprÃ¤ch. 2002 trat Kamerun in Ã¤rmellosen Trikots an, zwei Jahre spÃ¤ter beim Afrika Cup in Einteilern. Parallel zu dieser Lifestyle-Ausrichtung wurden die Kameruner sportlich immer schwÃ¤cher. Trotz begnadeter Einzelspieler sind sie als Team nur noch zweitklassig, haben sich 2006 nicht einmal mehr fÃ¼r die WM qualifiziert, flogen bei ihren letzten drei WM-Auftritten stets in der ersten Runde raus, gewannen nur eins von neun Spielen.</p><p>Das ist die andere Seite der Medaille. DarÃ¼ber sprechen die Konzerne nicht gern.</p><p>FuÃŸball trifft Lifestyle. Man zeigt die Trikots auf den StraÃŸen. Davon profitieren alle Konzerne. Allein Adidas hat 2010 mehr als doppelt so viele Replica-Shirts abgesetzt (6,5 Millionen) als im WM-Jahr 2006. FuÃŸball ist noch immer ein Wachstumsmarkt fÃ¼r die Ausstatter, fÃ¼r die es wÃ¤hrend Olympischer Spiele viel schwerer ist, etwas zu verdienen. Der Grund scheint simpel, wie Adidas-Chef Herbert Hainer kÃ¼rzlich in der Zeitschrift â€žCapitalâ€œ erklÃ¤rte:</p><blockquote><p>â€žWer kauft schon das Trikot eines LanglÃ¤ufers oder Hammerwerfers?â€œ</p></blockquote><p><script type="text/javascript">var flattr_url = 'http://www.jensweinreich.de/2010/07/02/werbepause-die-wm-der-sportartikelkonzerne/';
	var flattr_btn='compact';</script><br
/> <script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/07/02/werbepause-die-wm-der-sportartikelkonzerne/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>20</slash:comments> </item> <item><title>â€  Anwar Chowdhry</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/#comments</comments> <pubDate>Mon, 21 Jun 2010 22:38:24 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[adidas]]></category> <category><![CDATA[aiba]]></category> <category><![CDATA[anwar chowdhry]]></category> <category><![CDATA[ching-kuo wu]]></category> <category><![CDATA[der fuchs im hÃ¼hnerstall]]></category> <category><![CDATA[ethik]]></category> <category><![CDATA[gafour rachimow]]></category> <category><![CDATA[horst dassler]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[sportbetrug]]></category> <category><![CDATA[boxen]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[jean-marie weber]]></category> <category><![CDATA[john boulter]]></category> <category><![CDATA[thomas bach]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=8542</guid> <description><![CDATA[Kleine NachtlektÃ¼re. Einer der korruptesten olympischen SportfunktionÃ¤re aller Zeiten, das will schon was heiÃŸen, ist verstorben. Anwar Chowdhry aus Pakistan, einst Mitglied der so genannten sportpolitischen Abteilung von Adidas (neben John Boulter, Jean-Marie Weber, Thomas Bach und anderen), wurde 88 Jahre alt. Er war ein enger KampfgefÃ¤hrte des kÃ¼rzlich ebenfalls verblichenen IOC-Supremo Juan Antonio Samaranch, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><img
class="size-full wp-image-8550 alignnone" style="margin: 5px;" title="Anwar Chowdhry" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/Chowdhry.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="150" height="200" align="left" />Kleine NachtlektÃ¼re. Einer der korruptesten olympischen SportfunktionÃ¤re aller Zeiten, das will schon was heiÃŸen, ist verstorben. Anwar Chowdhry aus Pakistan, einst Mitglied der so genannten sportpolitischen Abteilung von Adidas (neben John Boulter, <a
title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/category/jean-marie-weber/" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, Thomas Bach und anderen), wurde 88 Jahre alt. Er war ein enger KampfgefÃ¤hrte des kÃ¼rzlich ebenfalls verblichenen IOC-Supremo <a
title="â€  Juan Antonio Samaranch" href="http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a>, wurde 1986 von Adidas auf den AIBA-Thron gehievt, in einer sagenumwobenen Wahlschlacht in Bangkok, mit Sex und Huren und Geld und allem &#8211; blendend dokumentiert sind die VorgÃ¤nge Ã¼brigens in Stasi-Akten.</p><p>Ich habe in den vergangenen Jahren viel berichtet Ã¼ber Chowdhrys Machenschaften, u.a.Â <a
title="Der olympische Sumpf" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/der-olympische-sumpf/" target="_self">in diesem Buch</a>. Eine Reportage von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney fasst seine Ã„ra ganz gut zusammen, glaube ich. Es ist eine meiner Lieblingsgeschichten zu Anwar Chowdhry, der sich gern als <strong>&#8220;hÃ¶chstdekorierten SportfÃ¼hrer der Weltâ€?</strong> bezeichnet hat. Ich finde es auÃŸerordentlich schade, dass ich damals noch nicht fotografiert habe. Dieses GesprÃ¤ch mit ihm in den Katakomben der olympischen Box-Arena hÃ¤tte ich auch ganz gern auf Video aufgenommen.</p><p>Ching-Kuo Wu, PrÃ¤sident des Amateur-Box-Weltverbandes AIBA und IOC-Exekutivmitglied aus Taiwan, schreibt zum Tode Chowdhrys:</p><div
id="attachment_8544" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img
class="size-full wp-image-8544" title="Condolence-Letter-to-all-NFs-on-Chowdhry's-Death---June-20" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/Condolence-Letter-to-all-NFs-on-Chowdhrys-Death-June-20.gif" alt="" width="530" height="750" /><p
class="wp-caption-text">Condolence Letter to all NFs on Chowdhry&#39;s Death, June 20, 2010 (c) AIBA</p></div><p>SYDNEY, 19. September 2000. Wenn sich die Besten der Weltjugend prÃ¼geln im Convention Centre von Darling Harbour, sitzen die beiden Oberaufseher ganz nah am Ring. Anwar Chowdhry und Loring Baker, PrÃ¤sident und GeneralsekretÃ¤r des Box-Weltverbandes AIBA, verfolgen die KÃ¤mpfe an einem Tischchen, auf dem sich Computerbildschirme befinden, mit denen sie die Arbeit der Punktrichter Ã¼berwachen kÃ¶nnen. Die ergrauten Sportfreunde, die gemeinsam Ã¼ber 153 Jahre Lebenserfahrung verfÃ¼gen, sind derzeit hart gefordert. Gilt doch die AIBA als Synonym fÃ¼r Bestechung jeder Art. FÃ¼r Betrug am Sport und an den Athleten. So war es kein Zufall, dass zu jenen beiden des organisierten Verbrechens verdÃ¤chtigen SportfunktionÃ¤ren, denen vor knapp zwei Wochen die Einreise nach Australien verweigert wurde, der AIBA-FunktionÃ¤r <a
title="tag: Gafour Rachimow" href="http://www.jensweinreich.de/?s=gafour+rachimow" target="_self">Gafour Rachimow</a> gehÃ¶rte.</p><p>Der Pakistani Chowdhry ist zwar dafÃ¼r bekannt, dass er gern laut und viel erzÃ¤hlt, am liebsten wÃ¤hrend ausschweifender nÃ¤chtlicher Saufgelage, doch Interviews liebt er eigentlich nicht. Um so Ã¼berraschender, dass sich Chowdhry diesmal auf ein GesprÃ¤ch einlÃ¤sst, ja sogar in sein BÃ¼ro einlÃ¤dt.</p><blockquote><p>â€žIch werde Ihnen mal die Wahrheit erzÃ¤hlen, junger Mannâ€œ, sagt er, â€ždenn in den Zeitungen steht ja nur ScheiÃŸe Ã¼ber mich.â€œ</p></blockquote><p>So ist Anwar Chowdhry, der in der AIBA nur â€žder Professorâ€œ genannt wird: auf seine Art sehr direkt.</p><p>Einer seiner Bodyguards fÃ¼hrt in prÃ¤sidiale Office, das schmucklos eingerichtet ist. Nur einer von vielen mit WÃ¤nden aus Hartpappe abgetrennten ArbeitsrÃ¤umen in den Katakomben des Convention Centre: Schreibtisch, zwei Sofas, ein Tischlein, wenige StÃ¼hle, in einer Ecke steht ein kleiner Tresor. Chowdhry lÃ¤sst sich tief in seinen Sessel plumpsen und referiert drauflos. Seine schlichten Thesen lassen sich leicht zusammenfassen:</p><blockquote><p>â€žIch bin kein Gauner. Ich bin kein Heuchler. Ich sage die Wahrheit. Ich bin ein groÃŸer und geachteter SportfunktionÃ¤r.â€œ</p></blockquote><p>Dies verkÃ¼ndet er wÃ¶rtlich und in vielerlei Variationen. In dieser Beziehung ist der Professor sehr erfindungsreich.</p><p>NatÃ¼rlich ist es mÃ¼ÃŸig, den Fuchs im HÃ¼hnerstall zu fragen, ob er gerade ein Huhn zu verspeisen beabsichtige oder wie viele er im Laufe seines Lebens bereits verschlungen hat. So wie der Fuchs diese Frage nicht wahrheitsgetreu beantworten wird, sieht auch Chowdhry keinen Grund, sich als derjenige zu enttarnen, als der er in weiten Kreisen des Weltsports verrufen ist: als Ganove.</p><p>Der Berliner Karl-Heinz Wehr, der Chowdhry als AIBA-GeneralsekretÃ¤r anderthalb Jahrzehnte die GeschÃ¤fte gefÃ¼hrt hat, beschrieb den Pakistani einmal so:</p><blockquote><p>â€žChowdhry ist charakterlich ein absolutes Schwein, unaufrichtig, hinterhÃ¤ltig und verschlagen. Chowdhry ist ein absoluter GeschÃ¤ftemacher und in jeder Beziehung korrupt.â€œ</p></blockquote><p>Zahlreiche VerÃ¶ffentlichungen aus Wehrs umfÃ¤nglichen Stasi-Akten haben Chowdhry in den neunziger Jahren Probleme bereitet. So musste auf Grundlage dieser Unterlagen eine der katastrophalsten Fehlentscheidungen der Sportgeschichte Ã¼berprÃ¼ft werden: Das Urteil im Finalkampf der Olympischen Spiele 1988 gegen den Amerikaner Roy Jones. Nach Monaten der Verschleppungstaktik und nicht gar so intensiver Recherche erklÃ¤rte das IOC jedoch, es hÃ¤tten sich keine Beweise fÃ¼r Bestechung am olympischen Boxring gegeben. Ein lÃ¤cherliches Urteil. Roy Jones, inzwischen zum Profi-Weltmeister aufgestiegen, nahm kurz darauf dennoch einen Olympischen Orden an.</p><p>Chowdhry hat sich spÃ¤testens 1998 mit Karl-Heinz Wehr entzweiht. Der Deutsche verbÃ¼ndete sich damals mit dem Taiwanesen Ching-Kuo Wu, einem IOC-Mitglied, und mit dem Amerikaner Paul Konnor. Das Trio wollte Chowdhry und seine â€žrussisch-balkanische Fraktionâ€œ (Wehr) stÃ¼rzen. Konnor, damals Chef der AIBA-Rechtskommission, beschwerte sich bei IOC-PrÃ¤sident Samaranch: Goldmedaillen seien kÃ¤uflich, schrieb Konnor, Chowdhry begehe â€žverachtenswerte Verbrechen&#8221; an Sportlern und habe sich mit 400.000 Dollar aus der Verbandskasse bedient. Samaranch hat nie reagiert.</p><blockquote><p>â€žKonnor ist ein Feiglingâ€œ, sagt Chowdhry, er hat mir immer gesagt, dass ich ein vorbildlicher PrÃ¤sident bin. Er hat nie den Mut gehabt, etwas Ã¶ffentlich gegen mich vorzubringen. Als er dann den Mund aufgemacht hat, wurde er aus der AIBA rausgeschmissen. Das ist unsere Demokratie. So einfach ist das.â€œ</p></blockquote><p>Wehr formulierte seinerzeit gemeinsam mit Wu ein Manifest fÃ¼r â€žEhrlichkeit und Fairplay im olympischen Boxen &#8211; gegen alle Formen der Manipulation, der Korruption, der Bestechung und des Dopingsâ€œ. Doch Samaranch unterstÃ¼tzte auch diese beiden Opponenten nicht. So wurden Wehr, Wu und Konnor auf dem AIBA-Kongress im November 1998 im tÃ¼rkischen Antalya vorgefÃ¼hrt. Sie verloren alle Posten, auch ihre Sitze im Exekutivkomitee.</p><p>â€žIch habe Karl-Heinz Wehr immer wie einen Bruder behandeltâ€œ, sÃ¤uselt Chowdhry, â€žich weiÃŸ nicht, was plÃ¶tzlich in ihn gefahren war, dass er gegen mich arbeitet und auch noch glaubt, er hÃ¤tte damit Erfolg.â€œ Es habe vor Antalya sogar Morddrohungen gegen ihn gegeben, berichtete Wehr. Dies und die Anschuldigung, dass die â€žWahlenâ€œ von Chowdhrys Gefolgsleuten gekauft worden seien, bestreitet der AIBA-PrÃ¤sident. SelbstverstÃ¤ndlich. Im Reiche Chowdhry funktioniert das ganz anders, viel einfacher, nÃ¤mlich so:</p><blockquote><p>â€žIch bin auf der ganzen Welt fÃ¼r meine Rechtschaffenheit bekannt. Die Leute lieben mich. Kann etwa jemand immer wieder einstimmig gewÃ¤hlt werden, der ein Schweinehund ist? Wir haben 190 MitgliedsverbÃ¤nde in der AIBA. Glauben sie, das diese 190 WahlmÃ¤nner alle Trottel sind?â€œ</p></blockquote><p>Im Arbeitsraum haben sich inzwischen einige KampfgefÃ¤hrten versammelt. Auch der TÃ¼rke Caner Doganeli, VizeprÃ¤sident der AIBA und angeblich Favorit auf die Nachfolge Chowdhrys. Die Claqueure begleiten jeden Satz ihres Meisters mit Beifall.</p><blockquote><p>â€žDer Professorâ€œ, sagt Doganeli, â€žhat unendlich viel fÃ¼r den Boxsport getan. Es ist ein Skandal, dass er sich stÃ¤ndig mit solchen bÃ¶sen Unterstellungen herumÃ¤rgern muss.â€œ</p></blockquote><p>Zu dumm aber auch, dass Chowdhry &amp; Co. inzwischen in aller Welt als Gangsterbande bezeichnet werden. Angeblich hat die Mafia, ob nun russische, mittelasiatische oder tÃ¼rkische Gruppierungen, lÃ¤ngst das Kommando in der AIBA Ã¼bernommen. â€žDie VorgÃ¤nge sind eine Schandeâ€œ, hat das norwegische IOC-Mitglied Gerhard Heiberg Ã¶ffentlich gesagt, eine ÃœberprÃ¼fung gefordert und den Ausschluss aus dem olympischen Programm angedroht.</p><blockquote><p>â€žNichts wissen Leute wie Heibergâ€œ, entgegnet Chowdhry, â€žmit mir hat er kein Wort gesprochen. Und was da in den Zeitungen geschrieben steht, ist shit, shit, shit. Bloody shit.â€œ</p></blockquote><p>GroÃŸvater Chowdhry redet sich schnell in Rage. Er brÃ¼llt oft und im Verlauf des einstÃ¼ndigen GesprÃ¤chs knallt er dutzende Male die FÃ¤uste auf den Tisch. Der kleine Recorder, der das Interview mitschneidet, hÃ¼pft jedesmal zehn Zentimeter in die HÃ¶he. Die Tischplatte biegt sich gefÃ¤hrlich tief. Doch dann hat sich der Choleriker auch schon wieder beruhigt.</p><p>Am meisten hat Chowdhry verletzt, dass sein â€žFreund Gafourâ€œ Rachimow aus Usbekistan nicht nach Australien einreisen durfte. Chowdhry sagt, er sei wie IOC-PrÃ¤sident Samaranch bereits Ende August vom SOCOG-Sicherheitschef Sandy Hollway informiert worden, dass es Schwierigkeiten geben wÃ¼rde mit Rchimow, dem mutmaÃŸlichen Mafiapaten und Chef der AIBA-Businesskommission. Er hat daraufhin die Usbeken informiert, die beschwerten sich bei der australischen Botschaft in Moskau â€“ aber die Olympiagastgeber blieben hart.</p><div
id="attachment_8548" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img
class="size-full wp-image-8548" title="SMH" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/SMH.gif" alt="" width="530" height="485" /><p
class="wp-caption-text">Titelseite Sydney Morning Herald, September 2000</p></div><p>Das IOC, das laut Chowdhry doch lÃ¤ngst Bescheid wusste, tat dann so, als sei die Einreiseverweigerung Ã¼berraschend gekommen. FÃ¼r Chowdhry ist Rachimow selbstverstÃ¤ndlich ein Ehrenmann.</p><blockquote><p>â€žEr hatte bereits eine VIP-Akkreditierung, so wie auch Nelson Mandela. Ich begreife nicht, warum man ihm die wieder wegnehmen kann.â€œ</p></blockquote><p>Chowdhry redet noch eine Weile Ã¼ber seinen aufopferungsvollen Kampf gegen korrupte Kampfrichter, lobt sich als Erfinder des Punktcomputers (was er in Wirklichkeit nicht ist) und beschlieÃŸt dann die Audienz mit einer milden Gabe zu beenden. Ein Lakai trÃ¤gt eine schwarze UmhÃ¤ngetasche fÃ¼r den Gast herbei.</p><blockquote><p>â€žNehmen Sie ruhig, das ist keine Bestechung, das fÃ¤llt noch unter die IOC-Geschenkregel von 200 Dollarâ€œ, witzelt der AIBA-PrÃ¤sident.</p></blockquote><p>200 Dollar ist die Grenze, die das IOC 1999 auf seiner Krisensession nach dem <a
title="Ten years after: Marc Hodler" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/11/ten-years-after-marc-hodler/" target="_self">Bestechungsskandal von Salt Lake City</a> festgelegt hat. Ein Blick zu seinen mÃ¼rrisch dreinschauenden Gorilla lÃ¤sst den Gedanken aufkommen, es sei vielleicht besser, das PrÃ¤sent nicht abzulehnen. Also trollt man sich mit dem TÃ¤schen, neugierig darauf, was der Professor da so alles verschenkt.</p><p>Eine Mappe mit all seinen Verdiensten und Ehrentiteln findet sich darin, eine Krawatte, eine Uhr â€“ alles ist in irgendeiner Form mit Chowdhrys Namen geschmÃ¼ckt. SchlieÃŸlich noch eine GeldbÃ¶rse. Wie beziehungsreich. Jedoch finden sich keine Dollarscheine.</p><p><em>(Ich habe die Uhr Ã¼brigens noch irgendwo liegen.)</em></p><p>Okay, die Nacht ist lang, und da ich stets zu Ãœbertreibungen neige, flink noch die wichtigsten Geschichten nach dieser, meiner Lieblingsgeschichte Ã¼ber die Ã„ra Chowdhry. Aus den Jahren zuvor, wer das leider vergriffene Buch &#8220;Der olympische Sumpf&#8221; nicht lesen kann, wÃ¤re noch diese Seite-3-Geschichte aus der Berliner Zeitung vom September 1996 interessant, als Ãœbersichtstext:</p><ul><li><a
title="BLZ, September 1996" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0918/reporter/0003/index.html" target="_blank">Ein paar Millionen sollen die IOC-Direktorin kalt gestellt haben</a></li></ul><p>Samaranch, <a
title="KGB Gate" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">der mutmaÃŸliche KGB-Spion</a>, hat nach dieser Geschichte in Spanien auf einer Pressekonferenz Ã¼brigens gesagt, wenn alle Informationen der Stasi (ich habe lang aus Akten zitiert) so unzutreffend wÃ¤ren, wie diese, kÃ¶nne er nur lachen.</p><p>Die weiteren Geschichten zur unendlichen AIBA-Story:</p><p><em>30. Oktober 2002</em></p><blockquote><p><strong>Sein Wille geschehe</strong></p><p>Die olympische Bewegung erlebt in dieser Woche ein weiteres Beispiel gelebter Demokratie: den &#8220;Wahl&#8221;-Kongress im Weltverband der Amateurboxer (AIBA) im ziemlich teuren Hotel Meridien in Kairo. Obwohl die BoxfunktionÃ¤re erst von Donnerstag bis Sonnabend in der Ã¤gyptischen Metropole tagen und tafeln, stehen die wichtigsten Ergebnisse dieses sehr speziellen Konvents bereits fest. Anwar Chowdhry, dieser routiniert jung gebliebene Ehrenmann aus Pakistan, bleibt auch die nÃ¤chsten vier Jahre PrÃ¤sident.</p><p>Als &#8220;epochales Ereignis&#8221; wurde in der AIBA bereits Chowdhrys Benennung von 97 der 190 MitgliedsverbÃ¤nde gefeiert. Einen Gegenkandidaten gibt es selbstverstÃ¤ndlich nicht (das wÃ¤re ja auch einmal etwas Neues), nachdem die zeitweise interessierten Robert Voy (USA) und Ching-Kuo Wu (IOC-Mitglied aus Taiwan) unter Druck rechtzeitig ihren Verzicht erklÃ¤rten. So wird also Anwar Chowdhry, der am 26. Oktober bereits sein 79. Lebensjahr vollendete und der sich gern als &#8220;hÃ¶chstdekorierten SportfÃ¼hrer der Welt&#8221; bezeichnet, in Kairo per Akklamation im Amt bestÃ¤tigt werden, das er bereits seit 1986 einnimmt.</p><p>Die Mitglieder des AIBA-Exekutivkomitees wurden ausnahmslos von Chowdhry selbst auserwÃ¤hlt. Sekundiert wird Chowdhry auch weiterhin von seinen wichtigsten langjÃ¤hrigen Getreuen: Caner Doganeli (TÃ¼rkei), dem neuen AIBA-GeneralsekretÃ¤r, und Gafour Rachimow (Usbekistan), dem VizeprÃ¤sidenten und Chef der so genannten AIBA-Business-Kommission.</p><p>Nur zur Erinnerung: Rachimow ist jener Ehrenamtler aus dem total-demokratischen Sportwunderland Usbekistan, der zu den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney keine Einreise erhalten hatte, weil ihn die BehÃ¶rden des Gastgeberlandes als &#8220;Gefahr fÃ¼r die Sicherheit des australischen Volkes&#8221; geortet hatten. Rachimow soll einer der KÃ¶pfe des Drogenhandels in Mittelasien sein. Rachimow zÃ¤hlt zu den GeschÃ¤ftspartnern und Freunden des derzeit in Italien inhaftierten mutmaÃŸlichen Mafioso Alimsan Tochtachunow, der vom FBI unter anderem verdÃ¤chtigt wird, Kampfrichter-Entscheidungen bei den Eiskunstlaufwettbewerben (Paarlauf, Eistanz) bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City manipuliert zu haben. So viel zum ruhmreichen Einfluss usbekischer Granden im olympischen Sport.</p><p><span
id="more-8542"></span>ZurÃ¼ck zur AIBA. Zwar steht das Amateurboxen nicht auf jener umfassenden Streichliste, Ã¼ber die Ende November auf der IOC-Vollversammlung in Mexiko-Stadt entschieden wird, doch ist der Verbleib im olympischen Programm keinesfalls hundertprozentig gesichert. Denn die von der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees im August abgesegneten Reform-VorschlÃ¤ge sagen relativ klar aus, dass Amateurboxen, ein Hort der Korruption, stÃ¤ndig auf dem PrÃ¼fstand steht. Sollten weitere negative Schlagzeilen folgen, soll das IOC-Exekutivkomitee MaÃŸnahmen ergreifen. Nimmt man nun jene BeschlÃ¼sse zum MaÃŸstab, die nach Chowdhrys heiligem Willen in Kairo gefasst werden sollen, dann dÃ¼rfte die IOC-FÃ¼hrung gefordert sein.</p><p>Beispiele gefÃ¤llig? Der Berliner Karl-Heinz Wehr, von Chowdhry abservierter langjÃ¤hriger AIBA-GeneralsekretÃ¤r, hat die AntrÃ¤ge und BeschlussentwÃ¼rfe des AIBA-Kongresses in Kairo analysiert. Er kommt zu einem vernichtenden Urteil: &#8220;Normalerweise hatte man erwartet, dass die AIBA aus den Diskussionen um den Verbleib im olympischen Programm einige positive VorschlÃ¤ge umsetzt. Leider ist dies nicht der Fall. Die Leute um Chowdhry sind Ã¼berhaupt nicht an VerÃ¤nderungen interessiert. Das olympische Boxen wurde in eine Katastrophe gefÃ¼hrt.&#8221;</p><p>Es wird im Amateurboxen auch kÃ¼nftig keine offene Wertung geben. Die ebenfalls vom IOC geforderte RÃ¼ckkehr zur Kampfzeit von 3 x 3 Minuten (derzeit 4 x 2) wurde verworfen. Bei der Benennung der Ring- und Punktrichter (traditionell durch Chowdhry &amp; Co.) bleibt alles beim Alten. Zudem werden die weiÃŸen TrefferflÃ¤chen an den Boxhandschuhen abgeschafft, was fÃ¼r noch mehr Verwirrung in der Wertungsfrage sorgen wird. SchlieÃŸlich will man die Grenzen zwischen Amateur- und Profiboxer weiter verwischen. Das Exekutivkomitee der AIBA wird ermÃ¤chtigt, KÃ¤mpfen zwischen Amateuren und Profis zuzustimmen, zudem sollen Profis kÃ¼nftig an nationalen, kontinentalen und Weltmeisterschaften teilnehmen kÃ¶nnen. Das AIBA-Exekutivkomitee werde &#8220;den Profis schon den Weg ins olympische Boxturnier ebnen&#8221;, hatte Chowdhry schon im MÃ¤rz dieses Jahres getÃ¶nt.</p><p>Es hat vor dem Kongress durchaus vernÃ¼nftige VorschlÃ¤ge gegeben &#8211; Chowdhry hat sie abgelehnt. So wurden von 40 VorschlÃ¤gen, die europÃ¤ische VerbÃ¤nde eingereicht haben, lediglich vier akzeptiert. Dem gegenÃ¼ber stehen 85 teilweise recht unsinnige Ideen, die sich Chowdhry und seine Vasallen in Kairo absegnen lassen. Dazu gehÃ¶rt nicht zuletzt der Plan, Weltmeisterschaften kÃ¼nftig jÃ¤hrlich auszutragen.</p><p>Ein nicht ganz unwichtiger Tagesordnungspunkt sei nicht verschwiegen. Der Verband wird umbenannt: Statt Amateur International Boxing Association soll er kÃ¼nftig Olympic International Boxing Association (OIBA) heiÃŸen. Irgendwie legt man auf das Wort &#8220;olympic&#8221; doch groÃŸen Wert. SchlieÃŸlich lebt die AIBA/OIBA vor allem von jenen vier Millionen Dollar, die das IOC als Anteil an den olympischen Fernsehrechten Ã¼berweist. Dummerweise weiÃŸ niemand genau, was mit dem Geld geschieht.</p></blockquote><p><em>6. November 2006</em></p><blockquote><p><strong>Letzter Gang fÃ¼r den Box-Paten</strong></p><p><em>Der Weltverband wÃ¤hlt den PrÃ¤sidenten Chowdhry ab</em></p><p>Das ist doch mal eine gute Nachricht fÃ¼r den Sport: Anwar Chowdhry (83) ist gestÃ¼rzt. Der Weltverband der Amateurboxer (AIBA) hat einen neuen PrÃ¤sidenten. 20 Jahre lang hat der Pakistani Chowdhry die AIBA mit vorsintflutlichen Methoden gefÃ¼hrt, auf dem Kongress in Santo Domingo verlor er die Abstimmung gegen den 60 Jahre alten Taiwanesen Ching-Kuo Wu mit 79:83 Stimmen bei einer Enthaltung. Eine so knappe Entscheidung hat es in der olympischen Welt bisher kaum gegeben.</p><p>FÃ¼r das Amateurboxen ging es um Leben oder Tod. Zwar hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC), zu dessen Mitgliedern Ching-Kuo Wu seit 1988 zÃ¤hlt, auf seiner Session im Juli 2005 in Singapur dem Sport noch einmal bis 2012 den Olympiastatus verpasst, eine Zahlung aus den Fernsehgeldern in HÃ¶he von 9,15 Millionen US-Dollar war jedoch eingefroren worden. Das Problem der AIBA heiÃŸt seit zwei Jahrzehnten Anwar Chowdhry. Es ist selten nachvollziehbar, auf welchen Konten in diesem Verband Geld verschwindet. Von der Opposition war moniert worden, dass Ã¼ber Ausgaben von 670 000 Dollar keine Belege existieren. Verantwortlich dafÃ¼r: Chowdhry und sein GeneralsekretÃ¤r Caner Doganelli (TÃ¼rkei).</p><p>Chowdhry hatte noch in Santo Domingo getÃ¶nt, nur er allein kÃ¶nne die AIBA fÃ¼hren. &#8220;Wu hat keine Ahnung, der weiÃŸ nichts Ã¼ber Boxen&#8221;, sagte er. Nun wurde Chowdhry davon gejagt. Doganelli allerdings, der ebenfalls einen katastrophalen Ruf genieÃŸt und dem NÃ¤he zur organisierten KriminalitÃ¤t nachgesagt wird, darf bleiben. Wegen des Umsturzes nun aber von einer Revolution zu sprechen, wÃ¤re verfrÃ¼ht. Sicher, Sportkamerad Wu hat einen guten Leumund; allerdings darf man nicht vergessen, dass sein Weg ins PrÃ¤sidentenamt vor allem durch die zurÃ¼ckgezogene Kandidatur eines mutmaÃŸlichen Drogendealers namens Gafour Rachimow mÃ¶glich wurde. Der Usbeke, der im Visier von Europol, FBI und anderen GanovenjÃ¤gern steht, hatte selbst PrÃ¤sident werden wollen. Zuletzt empfahl er dem AIBA-VÃ¶lkchen &#8211; und hier besonders den afrikanischen Delegierten -, Ching-Kuo Wu zu wÃ¤hlen. Er dÃ¼rfte seine freundliche Empfehlung unterlegt haben mit diversen Gaben, anders lÃ¤uft es in diesem Verband kaum.</p><p>Das Problem der AIBA ist also noch lange nicht gelÃ¶st. Korruption, ob nun in Form von Unterschlagung, Kampfrichterbetrug oder Erpressung, dominiert nach wie vor den klinisch toten Verband. Herr Dr. Wu, ein ehemaliger Basketballer und Architekt, steht eine titanische Aufgabe bevor. Es wird interessant sein, welche Skandale er ans Tageslicht befÃ¶rdert und wie er sich zu Doganelli und Rachimow verhÃ¤lt.</p><p>Die NÃ¤he zum IOC ist schon mal gegeben. Durch Ching-Kuo Wu persÃ¶nlich und durch den Umstand, dass die AIBA in der Schweiz ihre GeschÃ¤ftsstelle hat. Eines hat sogar Rachimow begriffen, wie er den nationalen BoxverbÃ¤nden kÃ¼rzlich schriftlich mitteilte: &#8220;Eine der perspektivischen Aufgaben der AIBA besteht meiner Ansicht nach darin, in einen konstruktiven Dialog mit dem IOC zu treten und bedingungslos alle Empfehlungen des IOC zu akzeptieren.&#8221; Nun dann.</p></blockquote><p><em>20. Februar 2007</em></p><blockquote><p><strong>Thriller von Taipeh</strong></p><h4><span
style="font-weight: normal;"><em>Der Amateurbox-Weltverband AIBA suspendiert seinen dubiosen GeneralsekretÃ¤r Caner Doganeli</em></span></h4><p>Im Weltverband der Amateurboxer geht es weiter herzhaft zur Sache. Wie AIBA-Sprecher Richard Baker dieser Zeitung bestÃ¤tigte, wurde in der vergangenen Woche in aller Stille der AIBA-GeneralsekretÃ¤r Caner Doganeli (TÃ¼rkei) suspendiert. Ihm wird Misswirtschaft und Veruntreuung vorgeworfen. Es geht, vorerst, um mehr als eine halbe Million US-Dollar. Die Sache wurde der Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Ã¼bergeben.</p><p>Der Fall Doganeli beweist, dass nach einer 20 Jahre wÃ¤hrenden Diktatur der Korruption durch den PrÃ¤sidenten Anwar Chowdhry (Pakistan) die AufrÃ¤umarbeiten begonnen haben. Auf dem AIBA-Kongress in Santo Domingo im November 2006 war ja nicht nur unter mysteriÃ¶sen UmstÃ¤nden ein Delegierter aus Mali, Pierre Diakite, ums Leben gekommen (er hatte sich gegen Chowdhry ausgesprochen und wurde spÃ¤ter tot im Fahrstuhlschacht seines Hotels gefunden), der Kongress hatte auch einen neuen PrÃ¤sidenten gewÃ¤hlt: Ching-Kuo Wu aus Taiwan gewann mit 83:79 Stimmen gegen Chowdhry. Wu setzte allerdings zunÃ¤chst weiter auf GeneralsekretÃ¤r Doganeli und hatte sich auch mit dem Usbeken Gafur Rachimow verbÃ¼ndet. Rachimow, der in Dokumenten von polizeilichen ErmittlungsbehÃ¶rden mit der organisierten KriminalitÃ¤t und Drogenhandel in Verbindung gebracht wird, ist AIBA-VizeprÃ¤sident. Den Wahlkampf des Dr. Wu hatte mit Ho Kim (SÃ¼dkorea) ein weiterer FunktionÃ¤r zweifelhaften Rufes gemanagt. Kim wurde dafÃ¼r zum Exekutivdirektor der AIBA berufen.</p><p>Drei Monate spÃ¤ter trennt sich Wu von Doganeli. Schweizer RechnungsprÃ¼fer, die AIBA-Zentrale sitzt in Lausanne, haben ihren Bericht in Taipeh dem neuen AIBA-Exekutivkomitee vorgetragen. Das Exko leitete den Fall an seine Reformkommission weiter, die vom Norweger Gerhard Heiberg geleitet wird, dem Chef der IOC-Marketingkommission. Heiberg hatte schon im Herbst 2000 in dieser Zeitung Reformen in der AIBA angemahnt: &#8220;Wenn Boxen olympisch bleiben soll, muss sich schleunigst etwas Ã¤ndern.&#8221; Nun soll er im Auftrag von IOC-Chef Jacques Rogge handeln.</p><p>Das IOC hat inzwischen 300 000 Dollar, einen Teil der eingefrorenen olympischen Fernsehgelder, an die AIBA Ã¼berwiesen. Die Lage ist vertrackt, denn Wu, selbst IOC-Mitglied, hat sich mit Personen verbÃ¼ndet, die Dreck am Stecken haben. Zudem werden Wu von einigen VerbÃ¤nden SatzungsverstÃ¶ÃŸe vorgeworfen. MerkwÃ¼rdig erscheinen auch die UmstÃ¤nde der Ausbootung seines grÃ¶ÃŸten Kritikers, des russischen Verbandschefs und AIBA-VizeprÃ¤sidenten Eduard Kusainow. Dieser hatte Wu am 18. Januar in einem Brief vorgeworfen, er habe die eine Diktatur durch eine andere abgelÃ¶st, setze auf den &#8220;absolut identischen Clan&#8221; von Chowdhry und verletze die Regeln auf &#8220;kriminelle&#8221; Weise. Kurz darauf wurde Kusainow von der AIBA-FÃ¼hrung suspendiert. Es wurde behauptet, er gehÃ¶re einer islamischen Terrorgruppe an. Kusainow durfte deshalb nicht an der AIBA-Exekutivsitzung teilnehmen, er musste sich stattdessen einem VerhÃ¶r durch die Kollegen stellen.</p><p>Der russische NOK-PrÃ¤sident Leonid Tjagatschow erklÃ¤rte umgehend schriftlich, Kusainow sei mit einem bereits verurteilten Terroristen verwechselt worden. Daraufhin wurden die Russen mit der Austragung der Box-WM im September 2007 besÃ¤nftigt. Aber auch das war kurios: Denn eigentlich wurde die WM schon vor einiger Zeit vergeben. Weil nun aber Sportkamerad Ho Kim, der neue AIBA-Exekutivdirektor, die WM gern in SÃ¼dkorea gesehen hÃ¤tte, wurde vergangene Woche in Taipeh ein zweites Mal abgestimmt. 22:9 fÃ¼r Moskau.</p><p>Kompliziert ist die Welt des Amateurboxens. Wer lÃ¼gt oder wer vielleicht sogar die Wahrheit sagt, ist schwer auszumachen. Zu den vielen MerkwÃ¼rdigkeiten zÃ¤hlt auch, dass die Suspendierung des GeneralsekretÃ¤rs Doganeli nicht Ã¶ffentlich publik gemacht wurde. PrÃ¤sident Wu hat lediglich E-Mails an seine Exekutive geschrieben. AIBA-Sprecher Richard Baker, frisch im Amt, hat Schwierigkeiten, die AblÃ¤ufe darzulegen. BlÃ¶de Lage fÃ¼r ihn, den Neuling. &#8220;Geben Sie uns beziehungsweise der IOC-Ethikkommission einige Wochen Zeit&#8221;, sagt Baker. Es wird weiter nach belastendem Material gefahndet. Und sicher wird sich Caner Doganeli, kein Kind von Traurigkeit, der gern Mal mit teuren Klagen droht, demnÃ¤chst lautstark verteidigen.</p></blockquote><p><em>21. Februar 2007.</em> Nach diesem Interview mit Ching-Kuo Wu, das ins Englische Ã¼bersetzt und verbreitet wurde, habe ich mal Post von Gafour Rachimows Anwalt bekommen. Es ging glimpflich aus.</p><blockquote><p><strong>&#8220;Ich hasse Leute, die stÃ¤ndig LÃ¼gen verbreiten&#8221;</strong></p><p><em>Weltbox-PrÃ¤sident Ching-Kuo Wu Ã¼ber KorruptionsfÃ¤lle und die Zukunft des olympischen Boxen</em></p><p>Etwas hat sich schon geÃ¤ndert im Amateurbox-Weltverband AIBA. Wer je versuchte, den langjÃ¤hrigen PrÃ¤sidenten Anwar Chowdhry zu kontaktieren, konnte verzweifeln. Bei Chowdhrys Nachfolger Ching-Kuo Wu, einem Architekten aus Taiwan, lÃ¤uft das so: Man schickt ihm eine Email, die er prompt beantwortet; und kaum ist man am nÃ¤chsten Morgen im BÃ¼ro eingetroffen, ruft das IOC-Mitglied bereits an. Dr. Wu meldet sich aus Los Angeles. Seine Botschaft: &#8220;Die Leute sollen nicht lÃ¤nger glauben, die AIBA sei ein korrupter Verein.&#8221;</p><p><em>Herr Wu, warum wurde GeneralsekretÃ¤r Doganeli suspendiert?</em></p><p>Ich wurde im November 2006 zum PrÃ¤sidenten gewÃ¤hlt. Auf diesem Kongress in Santo Domingo wurde ja kein Finanzbericht vorgelegt. Also war es meine erste Aufgaben, unabhÃ¤ngige RechnungsprÃ¼fer anzufordern. Wir haben die Akten im AIBA-Hauptquartier von PriceWaterhouseCoopers prÃ¼fen lassen. Das hat sehr viele Fragen aufgeworfen. Der Umgang mit den Finanzen der AIBA zeichnet meiner Meinung nach ein klares Bild.</p><p><em>Werden die Unterlagen der gesamte Chowdhry-Ã„ra geprÃ¼ft?</em></p><p>Nur die letzten vier Jahre.</p><p><em>Aus AIBA-Quellen heiÃŸt es, bei Doganeli gehe es um mehr als eine halbe Million Dollar, bei Chowdhry wahrscheinlich um mehrere Millionen.</em></p><p>Ich spreche nicht Ã¼ber Zahlen, ich kenne sie gar nicht. Ich habe, wie alle Kollegen im Exekutivkomitee, ja nur einen Kurzbericht der PrÃ¼fer gehÃ¶rt. Es geht um viele UnregelmÃ¤ÃŸigkeiten und wohl auch um Unterschlagung. Es sind ernste VorwÃ¼rfe, sehr gut dokumentiert. Die BuchprÃ¼fer haben viele Personen interviewt, auch die Herren Chowdhry und Doganeli. Aber die AuskÃ¼nfte waren offenbar nicht Ã¼berzeugend. Der gesamte Bericht, ein sehr dicker Ã¼brigens, wurde unserer Ethikkommission Ã¼bergeben, die eine vorlÃ¤ufige Empfehlung ausgesprochen hat. Deshalb wurde Herr Doganeli suspendiert. Er kann sich nun verteidigen und alle VorwÃ¼rfe aufklÃ¤ren.</p><p><em>Es ist nicht etwa die IOC-Ethikkommission damit befasst?</em></p><p>Nein, das ist ein MissverstÃ¤ndnis. Der Fall liegt in den HÃ¤nden der AIBA-Ethikkommission. Die wird vom langjÃ¤hrigen IOC-Generaldirektor FranÃ§ois Carrard geleitet. Wir warten nun auf die abschlieÃŸenden Empfehlungen. Ich denke, im Mai oder Juni werden wir auf einer auÃŸerordentlichen Sitzung des Exekutivkomitees entscheiden mÃ¼ssen.</p><p><em>Also noch vor der IOC-Vollversammlung in Guatemala, auf der Sie Anfang Juli gern eine erneuerte AIBA prÃ¤sentieren wÃ¼rden.</em></p><p>Wir haben in der Tat schon viel erreicht fÃ¼r unseren Sport. Jedem unserer 197 NationalverbÃ¤nde kÃ¶nnen wir AusrÃ¼stung im Wert von 5 000 Dollar schicken. Wir haben unsere Regeln transparenter gemacht. Bei der Frauen-WM in Indien und den Asienspielen in Katar wurde ganz offen gewertet: Jeder Aktive, jeder Zuschauer, jeder Offizielle war jederzeit Ã¼ber die ZwischenstÃ¤nde informiert. Es gab keine Beschwerden. Das wird nie wieder anders sein. IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge hat anderthalb Stunden zugesehen. Er war sehr beeindruckt. Wir erleben ein anderes Boxen. Die Zeit der Mauscheleien von Kampfrichtern und FunktionÃ¤ren ist vorbei. Dieses Versprechen habe ich gemacht, ich werde es halten.</p><p><em>Haben Sie Kontakt zu Chowdhry?</em></p><p>Er ist ein alter und kranker Mann. Er hat mir eine Email geschickt und seine UnterstÃ¼tzung versprochen. Er hat auch einige Briefe geschrieben, in denen er auf die UnterschlagungsvorwÃ¼rfe eingegangen ist. Ich habe diese Post an die BuchprÃ¼fer weiter gereicht.</p><p><em>War es wirklich nÃ¶tig, sich mit Doganeli zu verbÃ¼nden, um die Macht Ã¼bernehmen zu kÃ¶nnen?</em></p><p>Ich arbeite mit allen Menschen zusammen, die ein ehrliches Interesse am Boxsport haben. Aber sie mÃ¼ssen sauber und transparent agieren. Herr Doganeli wurde bisher von keinem Gericht verurteilt.</p><p><em>Warum haben Sie sich noch nicht vom AIBA-VizeprÃ¤sidenten Gafur Rachimow getrennt, der als &#8220;Pate von Taschkent&#8221; bezeichnet wird, der laut Polizeiberichten angeblich im mittelasiatischen Drogenhandel eine groÃŸe Nummer sein soll.</em></p><p>Ich kenne diese VorwÃ¼rfe, und ich bin vorsichtig. Ich will die AIBA sÃ¤ubern. Aber ich brauche bessere Beweise. Auch Gafur Rachimow wurde bisher nie verurteilt.</p><p><em>Den russischen VerbandsprÃ¤sidenten Eduard Kusainow haben Sie allerdings aufgrund von Zeitungsberichten suspendiert. Hat das damit zu tun, dass Kusainow Sie scharf kritisierte, Rachimow aber mit Ihnen zusammenarbeitet?</em></p><p>Es gab in der Tat die Ã¶ffentliche Information, wonach Kusainow in terroristische AktivitÃ¤ten verwickelt sein soll und deshalb zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Wir haben ihn um eine ErklÃ¤rung gebeten. Er hat nichts Substanzielles gesagt. Wir haben eine halbe Stunde lang gefragt. Er hat nicht geantwortet. So haben wir einstimmig entschieden. Auch dieser Fall liegt bei der Ethikkommission. Das hat Ã¼berhaupt nichts mit seiner Kritik an meiner Arbeit zu tun. Mir wird ja auch vorgeworfen, dass ich Ho Kim (umstrittener Wahlkampfmanager von Ching-Kuo Wu/d. R.) zum GeschÃ¤ftsfÃ¼hrenden Direktor der AIBA gemacht habe. Das ist ebenfalls Unsinn. Denn diese Personalie wurde auf einer Exekutivsitzung von Leuten bestÃ¤tigt, die mir nun deshalb VorwÃ¼rfe machen.</p><p><em>Sportpolitik ist kompliziert.</em></p><p>Ich weiÃŸ, dass die AIBA gerade in Deutschland sehr kritisch gesehen wird. Fragen Sie doch Gerhard Heiberg aus Norwegen, der unsere Reformkommission leitet. Sie wissen, dass er zu den angesehensten IOC-Mitgliedern gehÃ¶rt. Er hat sich immer fÃ¼r Transparenz im Boxen eingesetzt. Er weiÃŸ, dass es mir nur um die Zukunft des olympischen Boxens geht. Ich habe keine finanziellen Interessen an diesem Amt. Gerhard Heiberg traut mir, jeder kann mir trauen.</p><p><em>Sie sind zumindest das einzige IOC-Mitglied, das all seine Telefonnummern und Email-Adressen auf seiner eigenen Webseite bereitstellt.</em></p><p>Ich bin total transparent und offen. Mit mir kann man jederzeit reden. Die Zeiten, als in der AIBA nur eine Stimme gehÃ¶rt wurde, sind ein fÃ¼r alle Mal vorbei. Ich hasse Leute, die stÃ¤ndig LÃ¼gen verbreiten.</p></blockquote><p>Ich finde ja Sportpolitik noch immer faszinierend.<br
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title="alle BeitrÃ¤ge zu Juan Antonio Samaranch" href="http://jensweinreich.de/category/juan-antonio-samaranch/" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a>, der heute in seiner Heimatstadt Barcelona verstarb, sicher der wichtigste aller bisherigen acht IOC-PrÃ¤sidenten. Der <a
title="www.democracyanddignityinsport.cat" href="http://www.democracyanddignityinsport.cat/" target="_self">treue Diener</a> des Caudillo, der Ã¼berzeugte Franquist.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-7775" title="Juan Antonio Samaranch, Francisco Franco (c) democracyanddignityinsport.cat" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/jas-franco-web.gif" alt="" width="530" height="352" /></p><p>Sie singen ihm nun ihre Hymnen, kein Wunder, sind doch rund zwei Drittel der IOC-Mitglieder unter Samaranch kooptiert worden. Ein Mausoleum hat er lÃ¤ngst.</p><p>Er hat es sich selbst errichtet, schon vor rund zwanzig Jahren. Im Juni 1993 wurde dieses Olympische Museum hoch Ã¼ber dem Genfer See in der Capitale Olympique eingeweiht. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern, als unten am Seeufer Berliner Olympiagegner verhaftet wurden (Berlin bewarb sich damals um die Sommerspiele 2000), und drinnen in Museum ein wÃ¼tender Berthold Beitz (der mal unter Samaranch VizeprÃ¤sident war) durch einen kleinen Wassergraben marschierte. Katarina Witt war natÃ¼rlich auch da. Samaranch mochte sie sehr.</p><p>Jedenfalls, dieses Museum trÃ¤gt lÃ¤ngst den Namen &#8220;Juan Antonio Samaranch&#8221;, der dem IOC ja auch in der Person seines Sohns Juanito erhalten bleibt.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Seinen letzten groÃŸen Auftritt vor dem IOC hatte der Senior imÂ <a
title="Olympia 2016, die PrÃ¤sentationen ..." href="http://jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/" target="_self">Oktober 2009 in Kopenhagen</a>, als sich Madrid vergeblich um die Olympischen Spiele 2016 bewarb.Â <a
title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/2009/03/29/samaranch-junior/" target="_self">Juanito</a> stellte den Papa damals mit den Worten vor:</p><blockquote><p>â€œThe big one, the real one! And of course, my father.&#8221;</p></blockquote><p>Und der Alte sagte:</p><blockquote><p>â€œI know that I am very near to the end of my time. I am 89 years old. May I ask you to grant to my country the honor to host the Olympic and Paralympic Games 2016!&#8221;</p></blockquote><p>Diesen einen Wunsch haben sie ihm nicht erfÃ¼llt. Ansonsten hat er in all den Jahren fast alles bekommen.</p><p>Samaranch Senior war eine der zentralen Figuren meiner Arbeit Ã¼ber zwei Jahrzehnte. Er wird es auch noch lange sein, schÃ¤tze ich, oder besser: das System Samaranch wird weiter beschrieben. Denn es wirkt ja noch immer. Dazu gehÃ¶ren viele zentrale Figuren und Institutionen, die sich in diesem Blog tummeln. Ob sie nun SeppblatterjeanmarieweberwitalismirnowhorstdasslerandrÃ©guelfiislismmodersonstwie heiÃŸen. Zudem wird 2013 nach Lage der Dinge wohl ein Samaranch- und Dassler-JÃ¼nger neunter IOC-PrÃ¤sident, wenn kein Wunder geschieht. Favorit auf die Nachfolge von Jacques Rogge ist derzeit eindeutig: Thomas Bach, das UDIOCM, der gewesene Dassler-Adlatus und Siemens-Berater, Mann der vielfÃ¤ltigen Lebenssachverhalte.</p><p>Zuletzt habe ich mich im November mit Samaranch auseinander gesetzt und mit der Frage, ob erÂ <a
title="IOC-EhrenprÃ¤sident Samaranch und der KGB" href="http://jensweinreich.de/2009/11/05/ioc-ehrenprasident-samaranch-und-der-kgb/" target="_self">KGB-Agent</a><a
title="KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei" href="http://jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self"> gewesen ist</a>. Diese Frage wird sich womÃ¶glich nie beantworten lassen. Er sagt natÃ¼rlich: Nein. Eine VerpflichtungserklÃ¤rung gibt es nicht, und der ehemalige KGB-FÃ¼hrungsoffizier, der das ausgeplaudert hat, kann auch keine anderen Dokumente vorlegen, wie ich inzwischen weiÃŸ. Eher werden wir irgendwann erfahren, ob er tatsÃ¤chlich Supernumerarier des Opus Dei gewesen ist, wie einige Quellen sagen.</p><p>Ich denke, dass ich in den nÃ¤chsten Tagen noch einige Leseempfehlungen zu Samaranch anbieten werde. Einige Dokumente und sicher auch eine Art Reader dessen, was ich in den Jahren zu Papier gebracht habe, etwa gemeinsam mit Thomas Kistner im Buch &#8220;<a
title="Der olympische Sumpf" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/der-olympische-sumpf/" target="_self">Der olympische Sumpf</a>&#8220;, was nun auch schon wieder eine Ewigkeit her ist.</p><p><em>(Die Nachricht vom Tode Samaranchs habe ich heute auf dem Weg zum Bundestags-Sportausschuss erhalten. Habe meinen Zeitplan dennoch nicht geÃ¤ndert, den Sportausschuss verfolgt und abends <a
title="Berliner Zeitung vom 22. April 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0422/sport/0006/index.html" target="_blank">eine Art Nachruf </a></em><em> fÃ¼r zwei Zeitungen gedichtet. Schlechte Nachrufe, ich habe Nachrufe nie gemocht und glaube auch nicht so recht, dass sich so ein Leben in 150 Zeilen pressen lÃ¤sst, ich hasse das. Manchmal kommt alles BlÃ¶de zusammen: Die Busfahrt von Moskau nach Berlin hÃ¤ngt mir noch gewaltig in den Knochen. Unterwegs funktionierte die UMTS-Verbindung nicht, so dass ich weder aus dem Ausschuss live bloggen, noch frÃ¼her etwas zu Samaranch schreiben konnte. So dÃ¤mlich lÃ¤uft das manchmal.)</em></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>10</slash:comments> </item> <item><title>Adidas-Chef Herbert Hainer Ã¼ber Doping und GlaubwÃ¼rdigkeit</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/11/24/adidas-chef-herbert-hainer-uber-doping-und-glaubwurdigkeit/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/11/24/adidas-chef-herbert-hainer-uber-doping-und-glaubwurdigkeit/#comments</comments> <pubDate>Tue, 24 Nov 2009 19:25:23 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[adidas]]></category> <category><![CDATA[audio]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[herbert hainer]]></category> <category><![CDATA[cas]]></category> <category><![CDATA[dirk-reiner martens]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[ethik]]></category> <category><![CDATA[glaubwÃ¼rdigkeit]]></category> <category><![CDATA[jan ullrich]]></category> <category><![CDATA[sportartikelkonzern]]></category> <category><![CDATA[vortrag]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5857</guid> <description><![CDATA[Auf dem vom CAS-Richter und Rechtsanwalt Dirk-Reiner Martens zum vierten Mal organisierten Anti-Doping-Forum in Berlin trat heute u. a. Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer auf. Sein Thema: &#8220;Impossible is nothing&#8221; &#8211; die Sportartikelindustrie im Konflikt zwischen Weltrekord und Dopingskandal Zum NachhÃ¶ren, 33 Minuten: Herbert Hainer Ã¼ber Aktienkurse und DopingfÃ¤lle, Imagewerte und GlaubwÃ¼rdigkeit, Leidenschaft und Fairness &#8211; natÃ¼rlich [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem vom CAS-Richter und Rechtsanwalt <a
title="Martens RechtsanwÃ¤lte" href="http://martens-rechtsanwaelte.de/team.html" target="_blank">Dirk-Reiner Martens</a> zum vierten Mal organisierten <a
title="Programm des Anti-Doping-Forums" href="http://martens-rechtsanwaelte.de/docs/Programme2009.pdf" target="_blank">Anti-Doping-Forum</a> in Berlin trat heute u. a. Adidas-Vorstandschef <a
title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Hainer" target="_self">Herbert Hainer</a> auf. Sein Thema:</p><blockquote><p><strong>&#8220;Impossible is nothing&#8221; &#8211; die Sportartikelindustrie im Konflikt zwischen Weltrekord und Dopingskandal</strong></p></blockquote><p>Zum NachhÃ¶ren, 33 Minuten: Herbert Hainer Ã¼ber Aktienkurse und DopingfÃ¤lle, Imagewerte und GlaubwÃ¼rdigkeit, Leidenschaft und Fairness &#8211; natÃ¼rlich auch (ein bisschen) Ã¼ber Sponsoring und Jan Ullrich.</p><p><a
title="Herbert Hainer Rede am 24. November 2009" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/hainer.mp3" target="_self">:</a></p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-5858" title="Herbert Hainer, Adidas, November 2009, Berlin" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/hainer.jpg" alt="" width="500" height="290" /></p><p>Mindestens zwei VortrÃ¤ge folgen in den nÃ¤chsten Tagen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/11/24/adidas-chef-herbert-hainer-uber-doping-und-glaubwurdigkeit/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> <enclosure
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