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“Gendoping – Die Mutanten greifen an”

Internet-TV ist wirklich kundenfreundlich. Mein Seh-Befehl für heute, so lange noch online verfügbar: Die Gendoping-Dokumentation von Beat Glogger vom vergangenen Freitag auf Arte. Ich guck jetzt mal, mein nächtliches Bildungsprogramm:

Gemäß Arte wird die Wissenschafts-Doku in den nächsten Tagen auch im ZDF gezeigt. Im Fernsehen.

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  1. [...] hat hier (Gendoping – die Mutanten greifen an) bereits einige Links notiert. Die Universitäten Tübingen und Mainz teilen heute mit: Gendoping [...]

10 kommentare zu “Gendoping – Die Mutanten greifen an”

  1. Michael am 5. August 2010 um 10:55 (#)

    Wer es dennoch bevorzugt im TV ansehen möchte:
    Samstag, 7. August – 10.55 – 11.45 auf arte

  2. Walter am 5. August 2010 um 11:21 (#)

    Auf solche gruseligen Weltuntergangkommentarstimmen reagiere ich allerisch.

    Ich denke , es gibt einen Gentransfertest?
    Prof. Dr. Dr. Perikles Simon

    Simon:….Wir haben uns in erster Linie auf die Zellen/Moleküle konzentriert, die ein Gendoper typischerweise verwenden würde. Er würde z. B. IGF-1 und EPO als Gen nehmen und noch ein paar weitere, die ich jetzt nicht nennen möchte. Aber wir haben uns Mühe gegeben, eine ganze Palette nachweisen zu können, denn wir wollen mit einer das Problem erschlagenden Substanzen-Menge an den Start gehen. Wir haben gezeigt, dass das technisch kein Problem ist, dass man, wenn man hohe Mengen an Erbsubstanz hat, weil man eine ganze Blutprobe aufgereinigt hat, im wahrsten Sinne des Wortes die Stecknadel im Heuhaufen findet.
    ….
    Deshalb mussten wir ein etwas spezielleres Verfahren entwickeln und haben dafür bereits zwei Patentschriften eingereicht. Diese sind noch nicht bewilligt aber wir sind optimistisch, dass das bald erfolgen wird. Und wir haben die Patente der Welt-Andidoping-Agentur zur Verfügung gestellt. Sie muss dafür nichts zahlen hat aber die Berechtigung, damit Gendoping im Sport nachzuweisen.

    Simon: Wir haben im Moment noch einen sehr weiten Begriff von Gendoping. Die Kölner können die körperfremde Substanz GW1516, die leicht harngängig ist, nachweisen. Es ist ein Pharmakon klassischer Art, welches eine physiologische Wirkung im Körper hervorruft und die Genexpression im Körper verändert wie es z. B. auch durch das Trinken von Kaffee geschieht. Heute kann man das messen und misst für jedes neue Medikament, das auf den Markt kommt, die Genaktivität. Bei sehr vielen Medikamenten stellt man fest, dass Gene angesprochen werden, die potentiell einen Leistung steigernden Effekt bewirken können. Das ist bei GW1516 der Fall. Es handelt sich hier nach meinem Dafürhalten nicht um eine Gendopingsubstanz.

  3. Jens Weinreich am 5. August 2010 um 11:24 (#)

    @ Walter: Nur kurz, bin im Stress. Ja, ich fand es auch nicht überzeugend. “Gruselige Weltuntergangkommentarstimmen” trifft es ganz gut. Zumal ja wenig herausgearbeitet wurde. Ich hätte es mir konkreter gewünscht, um es mal so unkonkret zu formulieren :)

  4. Christina am 5. August 2010 um 13:45 (#)

    Habs im TV gesehen…
    Das erschreckende daran war, dass die Auswirkungen weit über eine Anwendung als Doping hinaus gehen.
    Kernaussagen des Berichts:
    - Gendoping ist weitgehend irreversibel. Einmal gedopt, immer gedopt.
    - Gendoping durchzuführen wird zukünftig sehr einfach sein. Entweder per simpler Spritze oder – was viel schlimmer ist – vielleicht sogar einfach über die Nahrung.
    - Gendoping wird – zumindest nach heutigem Stand der Wissenschaft – nicht weiter an folgende Generationen vererbt.

    Wenn man von da einfach ein paar Schritte weiter denkt, dass ist Doping fast das letzte worüber ich mir Sorgen machen würde.

    - Das Militär könnte sich Supersoldaten herstellen. Die würden wahrscheinlich nicht mal gefragt werden und wären dann ihr leben lang manipulierte Wesen.

    - Übermotivierte Eltern und Trainer könnten schon Kinder manipulieren… auch diese wüssten u.U. niemals davon. Das liesse sich dann auch nicht mehr über Blutbilder und Veränderungen nachweisen, weil es längst passiert ist, wenn das Kind ins Wettkampfalter käme.

    - Man könnte das Ganze als Waffe einsetzen. Wenn zum Beispiel in einer Volkgruppe ein gewisse genetische Defekte vorhanden wären, die aber normalerweise nicht zum Tragen kommen, könnte man sie mittels “Gen-Doping” aktivieren und damit Menschenleben auslöschen.

    Für die Existenz des Sports, wie wir ihn heute kennen, sehe ich schwarz. Es ist viel dran an dem, was dieser Bio-Ethiker sagt. Wie kann man zukünftig und langfristig Sportlern den Zugang zu einer Technologie und Behandlungsform verwehren, die dann möglicherweise für Jedermann zugänglich ist und gesellschaftsweit genutzt wird?
    Sportliche Wettkämpfe würden zu einer Farce, wenn irgendwelche Hobbysportler, die sich nicht an Regularien halten müssen und die Technologie frei nutzen könnten, deutlich schneller oder besser wären als die Profis…

    Mich hat der Bericht ziemlich ratlos und auch besorgt zurück gelassen.

  5. AKUK am 6. August 2010 um 17:24 (#)

    Ja, @christina, deine Befürchtungen teile ich auch. Und ich denke, dass die „Weltuntergangsstimmung“ des Beitrages schon seine Berechtigung hat. Denn in nicht all zu langer Zeit wird nicht nur der Sport, sondern die Gesellschaft als ganzes, als das oder die wir sie kennen, verschwunden sein. Neue Technologien haben nie nur GUTES gebracht, sondern als „Nebeneffekt“ nachhaltige Veränderungen für und vor allem IN den Menschen hervorgerufen. Schon wissen die Industrieländer nicht mehr wohin sie ihren Atom- und Giftmüll verscherbeln wollen. Plastik und Strom wollen alle, haben sich an die Annehmlichkeiten gewöhnt. Verstrahlte oder vergiftete Menschen, Tiere, Pflanzen, Böden und Luft sind natürlich bedauerliche „Einzelfälle“.
    Es ist mittlerweile auch die Rede von der „gedopten Gesellschaft“. Alle finden es schlimm- und machen dennoch in irgendeiner weise mit. Je mehr die Menschheit in der Lage ist, die Dinge zu erforschen, zu erklären sowie zu nutzen, um so mehr läuft sie Gefahr, sich von ihren eigentlichen Bedürfnissen zu entfernen.
    Der Spitzensport ist natürlich eine ideale Projektionsfläche für „den Markt der unbegrenzten Möglichkeiten“, darum wird in ihm ja auch seit Jahrzehnten manipuliert. Im kalten Krieg sollten sportliche Leistungen Symbol für die Überlegenheit von politischen Systemen sein. Mangels Feindbild wurde anschließend der Sport als Geldmaschine der Marktwirtschaft gepuscht. Seit den 90ger Jahren „verdient“ sich das IOC dumm und dusselig an der Vermarktung einer ursprünglich zutieft ethisch anspruchsvollen Idee.
    Die mediale Präsenz der modernen Gladiatoren in Fußballschuhen, Schwimmanzügen oder Spikes –wahlweise auch in anderer Erscheinungsform aus dem gut sortierten Sportgeschäft- hat zwei Ansatzpunkte. Erstens „Entertainment“ für die spätrömischen Massen, die sich berieseln lassen wollen und zweitens „Gehirnwäsche“ hinsichtlich der Erkenntnis, dass alle natürlichen Grenzen der Menschen überwindlich sind –vor allem mit Hilfe von Tabletten, Pülverchen, Injektiönchen oder Transfusiönchen. Nur so ein bißchen hiervon oder davon-nichts „Hartes“ oder gar VERBOTENES. Selbstverständlich aus dem„Wellness-Store“ von Balco oder Fuentes. Marke muss sein!

  6. gun am 7. August 2010 um 07:57 (#)

    @ AKUK: Dein Szenario könnte eintreten, muss aber nicht. Ich glaube, dass immer mehr Menschen merken, wie sie durch Pharmaprodukte, verseuchte Lebensmittel und freigesetzte Schadstoffe langsam vergiftet werden. Die Zeitintervalle in denen Lebensmittel aus dem Handel genommen werden müssen, werden immer kürzer. Man müsste erwarten, dass der Überlebenstrieb die “innere Sauberkeit” zum Ideal erhebt.

  7. Ralf am 2. September 2010 um 09:20 (#)

    Michael Reinsch in der FAZ: Gen-Doping: Das Unnachweisbare nachweisen

    Doch im April schon hatte Simon angekündigt, dass ein Nachweisverfahren im Blut spätestens in zwölf Monaten zur Verfügung stehe. Nun scheint es so weit zu sein.
    [...]
    Das Verfahren von Simon und Bitzer basiert darauf, dass das menschliche Genom über Abschnitte verfügt, die für die Entstehung eines Proteins keine prinzipielle Voraussetzung darstellen, so genannte Introns. Diese Einschübe fehlen aus technischen Gründen Genen, die von außen eingebracht sind.
    [...]
    „Wir brauchen nur fünf bis zehn Mal mehr Geld. Vergleichen Sie diese Summen mit dem, was im Sponsoring und Rechtehandel fließt, und Sie wissen, dass das sportpolitisch Peanuts sind.“

  8. Ralf am 2. September 2010 um 15:02 (#)
  9. Ralf am 29. Juni 2011 um 16:33 (#)

    Paßt vielleicht hier:

    De Standaard: Wat is TB-500?

    Wim Vansevenant bestelde op het internet het product TB-500.
    [...]
    Professor Peter Van Eenoo van het dopinglab van de universiteit van Gent noemt TB-500 ‘bijzonder gevaarlijk’.
    [...]
    ‘TB-500 is een merknaam voor een product dat als geneesmiddel bij paarden gebruikt wordt.’

    Wer das nicht versteht, sollte sich das Bild ansehen:

    Veterinary Use Only

    VeloNews: Omega Pharma distances itself from former rider caught in doping scandal

  10. Herbert am 29. Juni 2011 um 17:54 (#)

    Man wird sich Omega-Pharma-Lotto zur Tour de France sicher noch genauer als eh beabsichtigt anschauen. Setzen sich Gilbert, Van den Broeck und Greipel dennoch gut in Szene, dann hat Wim Vansevenant wahrscheinlich tote Briefkästen beliefert. Weshalb er sich das Zeug überhaupt hat schicken lassen ? Mit drei sukzessiven Roten Laternen der Tour de France hat er doch schon mehr erreicht als man erreichen kann. Da muss man doch nicht mit einem Rennpferdebeschleuniger im Radsport auffällig werden. ;-) (TB-500 klingt übrigens wie eine russischer Gefechtspanzer.)

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