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† Juan Antonio Samaranch
veröffentlicht: 21. April 2010, 23:22 - zuletzt bearbeitet: 23. April 2010, 16:09 - 13 kommentareEr hat ein stolzes Alter erreicht. Er war der prägende olympische Sportfunktionär der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Neben dem IOC-Gründer Pierre de Coubertin war Juan Antonio Samaranch, der heute in seiner Heimatstadt Barcelona verstarb, sicher der wichtigste aller bisherigen acht IOC-Präsidenten. Der treue Diener des Caudillo, der überzeugte Franquist.

Sie singen ihm nun ihre Hymnen, kein Wunder, sind doch rund zwei Drittel der IOC-Mitglieder unter Samaranch kooptiert worden. Ein Mausoleum hat er längst.
Er hat es sich selbst errichtet, schon vor rund zwanzig Jahren. Im Juni 1993 wurde dieses Olympische Museum hoch über dem Genfer See in der Capitale Olympique eingeweiht. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern, als unten am Seeufer Berliner Olympiagegner verhaftet wurden (Berlin bewarb sich damals um die Sommerspiele 2000), und drinnen in Museum ein wütender Berthold Beitz (der mal unter Samaranch Vizepräsident war) durch einen kleinen Wassergraben marschierte. Katarina Witt war natürlich auch da. Samaranch mochte sie sehr.
Jedenfalls, dieses Museum trägt längst den Namen “Juan Antonio Samaranch”, der dem IOC ja auch in der Person seines Sohns Juanito erhalten bleibt.
Seinen letzten großen Auftritt vor dem IOC hatte der Senior im Oktober 2009 in Kopenhagen, als sich Madrid vergeblich um die Olympischen Spiele 2016 bewarb. Juanito stellte den Papa damals mit den Worten vor:
“The big one, the real one! And of course, my father.”
Und der Alte sagte:
“I know that I am very near to the end of my time. I am 89 years old. May I ask you to grant to my country the honor to host the Olympic and Paralympic Games 2016!”
Diesen einen Wunsch haben sie ihm nicht erfüllt. Ansonsten hat er in all den Jahren fast alles bekommen.
Samaranch Senior war eine der zentralen Figuren meiner Arbeit über zwei Jahrzehnte. Er wird es auch noch lange sein, schätze ich, oder besser: das System Samaranch wird weiter beschrieben. Denn es wirkt ja noch immer. Dazu gehören viele zentrale Figuren und Institutionen, die sich in diesem Blog tummeln. Ob sie nun Seppblatterjeanmarieweberwitalismirnowhorstdasslerandréguelfiislismmodersonstwie heißen. Zudem wird 2013 nach Lage der Dinge wohl ein Samaranch- und Dassler-Jünger neunter IOC-Präsident, wenn kein Wunder geschieht. Favorit auf die Nachfolge von Jacques Rogge ist derzeit eindeutig: Thomas Bach, das UDIOCM, der gewesene Dassler-Adlatus und Siemens-Berater, Mann der vielfältigen Lebenssachverhalte.
Zuletzt habe ich mich im November mit Samaranch auseinander gesetzt und mit der Frage, ob er KGB-Agent gewesen ist. Diese Frage wird sich womöglich nie beantworten lassen. Er sagt natürlich: Nein. Eine Verpflichtungserklärung gibt es nicht, und der ehemalige KGB-Führungsoffizier, der das ausgeplaudert hat, kann auch keine anderen Dokumente vorlegen, wie ich inzwischen weiß. Eher werden wir irgendwann erfahren, ob er tatsächlich Supernumerarier des Opus Dei gewesen ist, wie einige Quellen sagen.
Ich denke, dass ich in den nächsten Tagen noch einige Leseempfehlungen zu Samaranch anbieten werde. Einige Dokumente und sicher auch eine Art Reader dessen, was ich in den Jahren zu Papier gebracht habe, etwa gemeinsam mit Thomas Kistner im Buch “Der olympische Sumpf“, was nun auch schon wieder eine Ewigkeit her ist.
(Die Nachricht vom Tode Samaranchs habe ich heute auf dem Weg zum Bundestags-Sportausschuss erhalten. Habe meinen Zeitplan dennoch nicht geändert, den Sportausschuss verfolgt und abends eine Art Nachruf für zwei Zeitungen gedichtet. Schlechte Nachrufe, ich habe Nachrufe nie gemocht und glaube auch nicht so recht, dass sich so ein Leben in 150 Zeilen pressen lässt, ich hasse das. Manchmal kommt alles Blöde zusammen: Die Busfahrt von Moskau nach Berlin hängt mir noch gewaltig in den Knochen. Unterwegs funktionierte die UMTS-Verbindung nicht, so dass ich weder aus dem Ausschuss live bloggen, noch früher etwas zu Samaranch schreiben konnte. So dämlich läuft das manchmal.)
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13 kommentare zu “† Juan Antonio Samaranch”
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- Hassan Moustafa oder: wenn Stimmzettel in Einkaufstüten fliegen
- Der Deutsche Sportbund sagt im Jahr 1991 …
- Und es sprach Hassan Moustafa (2): „Wir sind ein sauberer Sport”
- Olympic legacy: China und die Todesstrafe
- Und es sprach Hassan Moustafa …
- Ich bin dann mal weg …
- Ten years after: IOC-Krisensession im März 1999
- Der Pharao lässt mitteilen …
- Dopingsystem Freiburg: Warten auf den Abschlussbericht
- Das Hoffenheimer Modell
- Was vom Tage übrig bleibt (26): Das Korruptionsproblem im Handball
- Korruption im Sport: Präventionsmaßnahmen
- Was vom Tage übrig bleibt (25): Berlino und andere Scheußlichkeiten
- Steuerbefreiungen für Sportverbände (2): Liebling Schweiz
- Sebastian Bayer oder: “Have a good time!”
- Der Staatsanwalt hat das Wort …
- Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport
- Was vom Tage übrig bleibt (24): “Die Könige von Kiel”
- update: Der Dopingkontrollfall Hoffenheim
- Dienstreise nach Frankfurt: Weinreich ./. DFB
- update Sportausschuss (6): Totengräber des Amateurfußballs
- update: Der Fuchs im Hühnerstall der Handball-Bundesliga
- Notizen vom Sportausschuss (6): Profifußball vs Amateurfußball
- Programmhinweis (VI)
- Der Fuchs im Hühnerstall oder: Ehrenmänner, Ehrenworte, Ehrensachen
- Was vom Tage übrig bleibt (23): Bestechung im Handball? Ach Quatsch!
- Erklärung von DDR-Dopingopfern: “Kein fauler Frieden in der Doping-Aufarbeitung”
- Was vom Tage übrig bleibt (22): “Wir brauchen endlich eine Demokratisierung des DFB!”
- Bestechung im Handball? Rosenkrieg beim THW Kiel
- “Goodbye, Colorado”
- Goldmann & Co oder: der Gordische Knoten
- “Zero to Hero”: der Altruist Jack Austin Warner
- Was vom Tage übrig bleibt (21): der Dopingkontrollfall Hoffenheim
- Wasserstandsmeldung
- Zwanziger/DFB ./. Weinreich: Spenden und Mitleidsbekundungen
- Andrew Jennings nimmt die Wahl zum Fifa-Ethikchef an
- Was vom Tage übrig bleibt (20): “Doping und ärztliche Ethik”
- And the winner is: Andrew Jennings
- Voting für Sepp Blatter: Wer soll die Fifa-Ethikkommission leiten?
- Programmhinweis (V)
- Ethik-Pause für Lord Coe
- Sotschi 2014: PR vs Journalismus
- Putin zu Sotschi: “We must cut construction costs”
- AFC: Revolution gegen Bin Hammam
- Hinweis zur Dopingdiskussion …
- Südafrika 2010: “The kingdom of Fifa”
- Angela Merkel: Dopingbekämpfung als Kernelement der Sportpolitik
- Was vom Tage übrig bleibt (19): “Korrupter gehts nicht mehr”
- And the winner is: Jean-Marie Weber
- Was vom Tage übrig bleibt (18): Bid Books der Olympiabewerber 2016
- Sepp, mitten in Afrika
- München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt
- München 2018: Wie Mann (CSU) sich um einen Platz im Olympia-Aufsichtsrat bewirbt
- München 2018: Wie Mann (CSU) Olympia-Aufsichtsrat wird
- Notizen vom Sportausschuss (5): Zielvereinbarungen, Transparenz und die Kontrolle von Steuermitteln
- Dokumentation: Zielvereinbarungen olympischer Sportverbände
- And the winner is: der Problembär
- Geldstrafe für Joseph Blatter
- “2018? Warner gives England the Mexican Wave Goodbye”
- “Olympische Spiele – wie ich sie sehe!”
- “Richard W. Pound to head Play the Game Advisory Board”
- Gerhard Treutlein: “Wer die Vergangenheit verdrängt …”
- Voting zur Leichtathletik-WM: “Be happy and pay the deficit!”
- Fußball-WM 2018/2022: die Kandidatenliste
- Belthazar
- update: Urteil 27 O 1204/08
- Sepps Reich
- “Theo Zwanziger tritt nicht zurück”
- “Ungefähr zwölf Stadien”: Bewerbung um die Fußball-WM 2018/2022
- Proof of life
- Ich bin dann mal weg … World Cup 2010
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- Notizen vom Sportausschuss (4): „Mangel kann man nicht durch Mangel beseitigen.”
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- Programmhinweis (IV)
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- Berlinerin: feiner text in der berliner zeitung: Jens Weinreich: Ein netter Kerl, kein Manager: Willy Bogner tritt als Münchens Olympia-Bewerbungschef zurück. Katarina Witt soll nun alleine...
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- Jens Weinreich: Die richtigen Skandale muss man halt erkennen und erkennen wollen. Aber die Meldung verkauft sich bestimmt ganz gut.
- Arnesen: Da hat der SID aber ganz schön heftiges Vokabular ausgepackt. “Skandal” und “Erschüttern” – weil eine russische Baufirma möglicherweise nicht völlig legal...
- Ralf: Heiner Effern in der SZ: Die Problemlöser Neun Vereine und Verbände, darunter Trachtler oder Turner, haben sich zu einer Interessengruppe zusammengeschlossen, die olympische Winterspiele...
- Ralf: Christian Mayer in der SZ: Ein Unternehmer, kein Überzeuger Um die Bewerbung zu retten, hilft nun nur noch ein kleines Wunder. Sebastian Kemnitzer für stern.de: Willy schwirrt ab “Der...
- Ralf: sid: Sotschi: Finanzskandal erschüttert Olympia-Vorbereitungen
- Herr Holle: Tomte, das “schönste Gesicht des Sozialismus” kann doch sicherlich die renitenten Garmischer Bergbauern viel besser betören als Herr Bogner das je könnte, kann sie nicht?
- Jameiker: @Walter Ich dachte das sei hier eine ironiefreie Zone :-)
- Winfried Gassmann: An Walter Eine Antwort habe ich nicht erhalten.
- tommm: http://www.woz.ch/artikel/2010 /nr35/sport/19713.html
- Jens Weinreich: Fein gefragt, Tomte, auch wenn es die Kati nicht gern liest. Erstmal ist es gut, die Trennung zu haben. Ob sie das Vermögen hat, muss sich zeigen. Ihren Job als Grüß-Kati macht sie...
- Jens Weinreich: @ Walter: Ich bin ganz bei Ihnen und glaube, die kleine Spitze verstanden zu haben, die ich gern durchgehen lasse, wenn Sie nicht gleich wieder mit dem Fall CP kommen :) @...
- Tomte: Die Präsentation der Bewerbung wird Katarina Witt übernehmen. Heisst das, sie wird substantiell mehr machen als bisher oder ist das nur das was sie sowieso schon macht. Und wenn es mehr ist,...
- Walter: Ist ja wirklich schaurig, der Perikles Simon sagt bis 2012 ist der Test valide und der Gendoping Experte vom Tagesspiegel sagt niemals;-)
- Jens Weinreich: @ dieter: Nehmen auch Sie bitte zur Kenntnis, dass ich lediglich zitiere, und unterstellen auch Sie bitte nichts Falsches. Sie wissen, was ein Zitat ist? Es gibt auch keine...
- dieter: “Gesundheitliche Gründe”? Sie mögen Animositäten gegenüber Bogner hegen. Hier ist eindeutig belegt, dass Bogner erkrankt ist.
- Walter: Jameiker, ist das jetzt ironisch gemeint? Die Pechsteingegner sagen unvoreingenommen ihre Meinung, bezweifeln die milde HS und die ISU hält sie anschließend für denkbar? Herr Gassmann ,...
- Jens Weinreich: Ich habe lediglich zitiert. Jetzt auch richtig zitiert, denn es ist von “gesundheitlichen Gründen” die Rede. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Vergangene Woche hatte die...
- indykiste: Der Spiegelfechter: München 2018 – das Dilettantenstadl hübscht sich auf Die Olympischen Spiele der Neuzeit gleichen den biblischen Heuschreckenplagen – binnen kurzer Zeit überziehen...










[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Tilo Schröder, Dieter Janecek erwähnt. Dieter Janecek sagte: Juan Antonio Samaranch http://bit.ly/d03kE2 [...]
Freudentag für IOC-Hasser Weinreich
Sehen Sie, liebe Leser, hier werden sogar superdämliche Kommentare veröffentlicht. Warum, frage ich mich selbst. joremm #2 kann schließlich nichts anderes mitteilen als seine Dummheit.
Berliner Zeitung, 22.04: Herr der Ringe
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Tilo Schröder und Kristian, Dieter Janecek erwähnt. Dieter Janecek sagte: Juan Antonio Samaranch http://bit.ly/d03kE2 [...]
Der Helmut Kohl des (olympischen) Sports ist nicht mehr. Oder tut man da doch dem einen oder gar dem anderen Unrecht?
Auch eine bewegende Sache, der Tod von Juan Antonio Samaranch. Wobei mich eigentlich alles bewegt, was mich an meinen Einsatz bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erinnert. Was von damals hängengeblieben ist, ist eben auch die “Buenos Dias”-Espana-Eröffnungsansprache und die Nachricht vom Tod seiner Ehefrau am nächsten Morgen. Samaranchs Rückflug und die folgende Rückkehr nach Sydney.
In der Bild-Zeitung (`schuldigung) habe ich gelesen, dass Samaranch noch am Sonntag beim Tennis in Monte Carlo gewesen sein soll. Gestorben soll er dann am Mittwoch in der Heimat Barcelona sein.
Wenn das mit dem Tennis-Gucken stimmt, klingt das nach einem rüstigen Senior bzw. Senor. Die Frage ist nur: Wie ist er nach Monte Carlo gekommen – und wie v. a. zurück? Also etwa beschwerlich auf dem Landweg?
Ist am Ende Samaranch DAS Opfer des Vulkanausbruchs und der daruffolgenden Flugausfälle?
Was haben wir – zu recht – mit Jens Weinreich gefiebert. Hat sich währenddessen andernorts, unbeachtet, etwa eine unglückliche Fügung ergegeben? Oder ist das mit Monte Carlo oder zumindest meine aus dieser Info geborene Schlußfolgerung Unsinn??
@ RalfKohler: An Sydney und den Tod seiner Frau musste ich auch denken. Ich hatte einige seltene Male mit ihr zu tun und hatte einen sehr guten Eindruck.
Das klingt doch mal (ein wenig) überraschend.
Anzunehmen, Sie seien ein IOC- oder Samaranch-Hasser (siehe oben) wäre mir trotzdem nicht in den Sinn gekommen.
Aber das geht einfach über das Vorstellungsvermögen des Normalmenschen, dass ein Journalist (der eine oder andere) Personen oder Dinge kritisch betrachten kann, ohne dass das aus Böswilligkeit etc. geschieht, ohne dass man die Personen nicht mehr oder weniger schätzen, zumindest respektieren, könnte.
Ich hatte persönlich nicht mit ihm zu tun. Wenn ihm aber die Überwindung der olympischen Krise, die Überwindung insbesondere des Boykottierens, (mindestens teilweise) zugeschrieben kann, dann gibt es in der Tat eine gewisse Parallele zum Kanzler der Einheit, wobei mir dieser Vergleich vorher ganz spontan eingefallen war.
Übrigens: Ich sage ja immer: Vergleichen kann man auch Äpfel und Birnen, man darf sich nur nicht wundern, dabei (auch) Unterschiede zu entdecken ;_)
JW für dradio.de:
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Jochen Leufgens und Hajo Seppelt für sport inside: “Olympischer Sonnenkönig”
JW in der NZZ: Karten werden neu gemischt – Wie sich der Tod Samaranchs auf das IOK auswirkt
nolympia.de: Kritischer Nachruf auf Samaranch
[...] 88 Jahre alt. Er war ein enger Kampfgefährte des kürzlich ebenfalls verblichenen IOC-Supremo Juan Antonio Samaranch, wurde 1986 von Adidas auf den AIBA-Thron gehievt, in einer sagenumwobenen Wahlschlacht in Bangkok, [...]
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