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Frank Steffel und das doppelte Heimspiel

VANCOUVER. Ein Gutenachtgruß aus der Olympiastadt. In der beliebten Reihe “Welche bahnbrechenden Initiativen start eigentlich der Sportpolitiker Frank Steffel (CDU)” folgt nun der zweite Teil: Frank Steffel stärkt das Wir-Gefühl der Ostdeutschen.

Wie einige Kommentatoren im ersten Teil angemerkt haben (“Berliner, steht auf wenn ihr Herthaner seid!“), fällt auch diesmal auf, dass Herr Steffel für private Initiativen bzw. Einladungen das Briefpapier des Deutschen Bundestages verwendet. Ich will nicht kleinlich sein, aber darf der das?

Der 7. März ist übrigens ein Sonntag, kein Mittwoch, wie Herr Steffel schreibt.

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  1. [T] uberVU - social comments, 19.02.2010

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by CK_78: RT @jensweinreich: Frank Steffel und das doppelte Heimspiel http://bit.ly/aA9BT1

  2. [...] Freitag (SPD/DLV), Herr Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund), Herr Gienger (CDU/DOSB), Herr Steffel (CDU/Reinickendorfer Füchse/siehe auch stern.de: “Von Goldfasanen und [...]

22 kommentare zu Frank Steffel und das doppelte Heimspiel

  1. Horst am 18. Februar 2010 um 16:16 #1

    “sozusagen” – aha.
    Und wieso doppeltes Heimspiel?
    Und vor allem: Warum bekommt jw so eine Einladung und ich nicht? ;-)

  2. Max (GNetzer) am 18. Februar 2010 um 16:35 #2

    @Horst
    Ich würde Herrn MdB Steffel einfach mal anschreiben und ein Ticket mit VIP-Parkplatz in Hallennähe reservieren lassen. Bestimmt freut er sich, auch dich ab 16:30 am Büffett im VIP-Bereich persönlich zu begrüßen. Achja: falls du nachweisen kannst, ihn mit der Erststimme gewählt zu haben, bekommst du einen exklusiven VIP-Button und ein T-Shirt mit dem Aufdruck “Ich war bei einem doppelten Heimspiel und alles was ich bekommen habe, war eine CDU-Mitgliedschaft und dieses lausige T-Shirt” gratis dazu. Würde mich lieber beeilen.

  3. Max (GNetzer) am 18. Februar 2010 um 16:38 #3

    P.S.: “Der 7. März ist übrigens ein Sonntag, kein Mittwoch, wie Herr Steffel schreibt.”

    Also wenn das mal keine vollkommen überflüssige polemische Spitze gegen ein verdientes Mitglied des deutschen Bundestages ist, dann weiß ich auch nicht. Aber so kennt man den Gastgeber ja: Immer mindestens mit dem halben Körper aus dem Fenster gelehnt. Schmierig.

    (Disclaimer: Dieses Posting kann Ironie enthalten, auch wenn dies nicht durch sogenannte “Emoticons” gekennzeichnet wurde)

  4. Herr Holle am 18. Februar 2010 um 18:06 #4

    Das ist keine private Initiative, das ist dienstlich. Den Sponsoren einige Entscheidungsträger zur freundlichen Bearbeitung zuzuführen, dürfte eine der wesentlichen Aufgaben eines Abgeordneten Präsidenten sein. Aber die “vielfältigen Lebenssachverhalte” (Präsident, Sponsor, Abgeordneter, Unternehmer) des Herrn Steffel lassen ohnehin keine klare Trennung zu.

  5. Stefan am 18. Februar 2010 um 18:25 #5

    Mmh, und ich dachte schon, dieser Brief neulich wäre ein Fake gewesen:

    Frank S., MdB
    Lieber Freund moderner Raumausstattung,
    ich freue mich, Sie herzlich zu meinem großen alljährlichen Räumungsverkauf in meinem Teppichgeschäft einzuladen. Sie erhalten einen kompletten VIP-Service, inklusive Willkommensgetränk (Fassbrause oder Berliner Weiße) sowie einen Gutschein in Höhe von 20% auf ihren Einkauf. Die ersten 100 Bundestagsabgeordneten erhalten zudem einen Toilettensitzüberzug mit verschiedenen Motiven (z.B. “Röhrender Hirsch im Grunewald”, diverse Zille-Motive). Um 14 Uhr große Autogrammstunde mit Berliner Sportgrößen.

    Wie man sich doch irren kann…

  6. enrasen am 18. Februar 2010 um 20:34 #6

    Bin erschüttert, obwohl ich einiges erwartet habe.
    Aber @stefan: der “röhrende Hirsch” ist ein Scherz, oder?

  7. mb am 18. Februar 2010 um 21:04 #7

    @stefan, puuuh, da wäre ich dir beinahe auf den Leim gegangen. Hättest Du “Tegeler Forst” statt “Grunewald” geschrieben und ganz konkret Claudia Pechstein als autogrammverteilende Berliner Sportgröße genannt, dann hätte es fast geklappt.

    Aber im Ernst: So eine Interessenmisch-Aktion wie von Frank Steffel wäre eigentlich eine gelbe Karte durch den Bundestagspräsidenten wert.

  8. Torsten am 18. Februar 2010 um 21:05 #8

    Spaß mal kurz beiseite: Ich glaube er darf, weil MdB ist er immer (auch als Prädsident) und er schreibt ja an seine Kollegen (wo der Hausherr dieses Dokument der Zeitgeschichte auch immer her haben mag…), was angesichts seiner gleichzeitigen Tätigkeit im Sportausschuß sogar noch im erweitereten “dienstlichen” Bereich liegen könnte…

    Obwohl… ein Beamter dürfte sich das sooo nicht erlauben…

  9. Horst am 18. Februar 2010 um 22:25 #9

    Was sagt der Hausherr eigentlich zum Maulkorb für die Bobfahrer (http://olympia.ard.de/olympia/sportarten/bob/zweierbobtraining100.html)??

    Das hatte ja nichtmal Peking zu bieten…

  10. nocheinjurist am 18. Februar 2010 um 22:55 #10

    @ horst: da sehen Sie, wie ernst die Lage ist.

    @ jw: Erstellung dieses posts liegt nach der letzten Aktualisierung… glaub ich mal nicht

  11. David am 19. Februar 2010 um 00:19 #11

    Nebenbei: Es lohnt ein Besuch des Lindsey Vonn Sponsor Uvex, der offenbar unerfreulichen Kontakt mit der Rechtsabteilung des IOC hatte:

    http://www.uvexsports.com

    “Blonde we like wins Downhill (Last name rhymes with “Bonn”)”

    (via Slashdot)

  12. Jens Weinreich am 19. Februar 2010 um 01:35 #12

    @ nocheinjurist: Das liegt an der Zeitdifferenz. Irgendwo in WordPress kann man sicher dran schrauben. Ich weiß nur nicht wo und warum die Aktualisierungszeiten hinterher hinken. Bitte vernachlässigen.

    @ Horst: Muss mich erstmal einlesen. Wundert mich aber nicht. Passt doch.

  13. cf am 19. Februar 2010 um 01:43 #13

    beim zdf hieß es zum thema allgemeiner maulkorb gerade, dass der bobverband da schon wieder ein bisschen zurückgerudert sei.

    (der deutsche bob-bundestrainer bethge wurde auch mit der expliziten aussage zitiert, dass die bahn eindeutig zu schnell ist. die bobs müssen, wie auch die skeletons, wegen der anlaufspur in jedem fall von ganz oben fahren und können nicht den damen- oder juniorenstart nehmen)

  14. Axel am 19. Februar 2010 um 10:54 #14

    Haben Sie den Steffel auf dem Kieker? Ich verstehe den Anlass des Themas nicht so ganz bzw. dessen Relevanz.

  15. Jens Weinreich am 19. Februar 2010 um 11:16 #15

    @ Axel: ich weiß nicht, was “auf dem Kieker” bedeutet. Dieser Brief illustriert etwas, schade, dass Sie das nicht merken. Ich trage Puzzleteile zusammen. Ich verfolge die Aktivitäten der Volksvertreter aufmerksam wie kaum jemand sonst. Sie finden hier Informationen, Beobachtungen und Dokumente wie sonst nirgends. In letzter Zeit lasse ich den Sportausschuss etwas links liegen, was auch damit zu tun hat, dass die Sportsprecher meinen, sie könnten alles wichtige in ihre Obleutesitzungen verlagern und machen dann etwas weniger in den öffentlichen Sitzungen. es widerstrebt mir, zu Alibiveranstaltungen zu gehen. Das werde ich in nächster zeit thematisieren.

  16. Sebastian am 19. Februar 2010 um 11:46 #16

    @axel Das Thema ist relevant. Herrn Thierse flog die Verwendung offiziellen Briefpapiers bei der Verfolgung persönlicher Interessen auch um die Ohren. Zurecht, wie ich finde.

  17. Herr Holle am 19. Februar 2010 um 12:17 #17

    @axel: “Don’t mix politics with games”: Ich verstehe nicht, weshalb das nicht hierher passt.
    Herr Steffel ist nicht nur Präsident des Handballvereins Reinickendorfer Füchse und Beiratsvorsitzender der Füchse Vermarktungs GmbH, sondern mit seinem Unternehmen gleichzeitig auch einer der großen Sponsoren des Handball-Bundesligaunternehmens (bei dem es sich, nebenbei gesagt, auch um einen kommerziellen Unterhaltungsdienstleister im Sportbereich handelt). Insofern ist Herr Steffel ein Idealtypus jener “Ehrenämtler”, die hinter diesem Deckmantel des vermeintlichen Gemeinwohls eigene und ganz eigennützige Geschäfte vorantreiben. Wie andere hier regelmäßig auftauchende Herren (gibts da eigentlich auch Damen?) mit ihren “vielfältigen Lebenssachverhalten” auch.

  18. goofy am 21. Februar 2010 um 16:51 #18

    Hallo, ich arbeite für ein MdB und darf des Öfteren mal so einen Brief mit der fetten Henne verfassen. Ich kann kein Problem an der Einladung erkennen, da sie sich ja an seine Kollegen im Bundestag richtet. Und wie oben erwähnt MdB ist man 24/7/365.
    Nur der der letzte Satz ist etwas problematisch, wie ich finde. Korrekt müsste es lauten: “Melden Sie sich bis zum soundso bei der Geschäftsstelle der Füchse”. So wie Herr Steffel das geschrieben hat, knistert es doch schon ein klein wenig persönliche Vorteilnahme, es wäre aber doch etwas zuu kleinig, sich daran aufzureiben.

    Beim Thierse war das Problem, dass er als Vizepräsindet des Bundestags geschrieben hat und nicht als einfaches MdB. Also Präsiumsmitglied ist er zu politscher Neutralität verpflichtet und sollte unter dem Titel keine politischen und persönlichen Interessen verfolgen. Als einfaches MdB ist er aber nur seinem Gewissen verpflichtet.

  19. Axel am 22. Februar 2010 um 11:33 #19

    @ Herr Holle: Ich verstehe schon, bin aber der Meinung, dass man sich in Einzelfällen verliert. Die Frage sollte, auf das Beispiel Steffel gemünzt, viel globaler lauten: Sollte ein MdB (MdL) überhaupt irgend ein anderes Amt als sein Mandat ausüben dürfen bzw. einen anderen Beruf aktiv ausüben, als den des Politikers? Nur so kann man Spiele und Politik meiner Meinung nach trennen!

  20. Stefan am 2. März 2010 um 21:50 #20

    Nun hat man den Steffel wegen seiner Nebeneinkünfte am Wickel. Schön auch seine Aussage:

    Als ich noch im Teilzeitparlament Berliner Abgeordnetenhaus saß, konnte ich Unternehmertum und Politik noch ganz gut kombinieren.

    Wunderbar.

  21. Herr Holle am 7. März 2010 um 14:22 #21

    Steffel & Consorten heute 17:45 live im DSF. Im Pausenprogramm: Das Handballspiel Berlin-Reinickendorf gegen Magdeburg.

  22. Ralf am 2. September 2010 um 09:12 #22

    Andrea Beyerlein in der Berliner Zeitung: Die vielen Minister des Sports

    Etliche SPD-Politiker führen Sportvereine, deren Sponsoren von der Regierung profitieren

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