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Hassan Moustafa oder: wenn Stimmzettel in Einkaufstüten fliegen

Aus Zeitmangel (will jetzt flink mal zwei Stunden 112 Minuten schlafen) muss ich es in der Berichterstattung über die famosen Präsidentenwahlen in der ASOIF bei einigen Fotos belassen. Vor einigen Stunden hat mir Hassan Moustafa an der Hotelbar noch erzählt, er habe eigentlich eine Mehrheit beisammen gehabt, um Präsident der Vereinigung aller olympischen Sommersportverbände (ASOIF) zu werden. Weitere einige Stunden zuvor aber schien er sich nicht so sicher gewesen sein, weshalb er auf der Wahlversammlung überraschend seine Kandidatur zurückzog, weil ihm die Kollegen zu undemokratisch waren.

Ich sach mal: Derartige “Wahlen” habe ich noch nicht erlebt. Obgleich ich doch schon einige “Wahlen” erlebt habe. Etwa die von Joseph Blatter 1998 in Paris. Doch zurück nach Denver: Komisch, dies alles. Moustafa wollten Wahlen in Wahlkabinen. Stattdessen wurden Einkaufstüten herumgereicht. Und bevor mich ein freundlicher ASOIF-Angestellter bat, in die hinteren Reihen zurückzukehren, habe ich schnell noch einige Fotos geschossen. Die Vertonung und Vertextung folgt später – versprochen :)

Das ist Ching-Kuo Wu aus Taiwan, IOC-Mitglied und Präsident des Box-Weltverbandes AIBA, der gerade Einkaufstüten sortiert. In den Tüten befinden sich Wahlzettel.

Und das ist Marius Vizer, in Österreich lebender Exil-Rumäne, Putin-Freund und Präsident des Judo-Weltverbandes IJF, bei der Abstimmung. (Man sieht nur keinen Wahlzettel, sorry, habe ich wohl zu spät auf den Auslöser gedrückt.)

Hier sehen wir – aus der Ferne – allerdings einige Wahlzettel, die C. K. Wu einsammelt, womit dokumentiert werden kann, falls Hassan Moustafa nachfragen sollte, dass tatsächlich Wahlzettel in Umlauf waren.

 

Unten schließlich ein Teil des ASOIF-Councils, als alles vorbei war. Präsident Denis Oswald schaut noch nicht wirklich entspannt, Hassan Moustafa (rechts) etwas bedröppelt. Und ein neuer Posten für Pat McQuaid (links), den Radsport-Präsidenten, hat sich in Denver auch gefunden – er ist neu im Council.

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  1. [...] nicht genehmigt wurde. Stattdessen falteten die 26 Verbandschefs ihre Zettelchen und warfen sie in Einkaufstüten, die von zwei Helfern herumgereicht wurden. Ohne Gegenkandidaten wurde Oswald mit 19 von 26 Stimmen [...]

9 kommentare zu Hassan Moustafa oder: wenn Stimmzettel in Einkaufstüten fliegen

  1. Ralf am 25. März 2009 um 13:55 (#)

    Also beim BDR mußte die Präsidentenwahl wiederholt werden, weil Journalisten die Wahl gefilmt (und/oder photographiert?) hatten!? ;-)

  2. Jens D. am 25. März 2009 um 22:03 (#)
  3. Wil am 25. März 2009 um 22:26 (#)

    Hier, im Amateurfußball, ist der Fußballanhänger Theo zuhause und auch der Fußballfunktionär Zwanziger.

    Bo ey, was hat der Meuren denn vorher geraucht? So was ähnliches, dummes würde ich mittlerweile sagen, habe ich auch mal vor Jahren kurz nach Z.`s Amtsantritt geschrieben, aber die Wirklichkeit hat diese Aussage längst ad absurdum geführt. Sonst gäbe es ja auch nicht diese vielen Prozesse um das D-Wort

  4. Karsten am 26. März 2009 um 07:49 (#)

    Da ist Moustafa wohl auf jemanden gestoßen, der noch besser Fäden im Hintergrund zu ziehen versteht. Muss einen das jetzt be(un)ruhigen?

  5. Ralf am 26. März 2009 um 10:13 (#)
  6. indykiste am 29. April 2009 um 21:56 (#)

    Das Geheimbüro des Pharaos

    «Der Präsident legt eine Dreistigkeit an den Tag, die kaum zu überbieten ist. Wenn Sie graben, werden Sie an allen Enden auf Unregelmässigkeiten stossen. Rückvergütungen, sogenannte Entwicklungshilfegelder, Korruption. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Gelder abgezogen werden.»

    gefunden in der WOZ
    http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2009/nr18/Schweiz/17846.html

  7. Jens Weinreich am 29. April 2009 um 22:04 (#)

    Mensch, indykiste: Hatte gehofft, dass den Beitrag in der WOZ, den ich schon als pdf gelesen hatte, heute niemand mehr verlinkt. Denn ein netter kleiner Beitrag über den Pharao ist schon fertig – wird morgen um 9 Uhr freigeschaltet.

  8. indykiste am 29. April 2009 um 22:28 (#)

    sorry, wollte auch mal ein bißchen “investigativ” sein(lach).

  9. cf am 9. Juni 2009 um 02:08 (#)

    ich weiß, das hier ist eigentlich ein hochseriöses blog… andererseits wiederum ist im grunde genommen auch herr polloi ein nicht weniger vollseriöser dokumentarist des zeitgeschehens — ich finde jedenfalls, das hier passt doch ganz wunderbar.

    :)

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